La vie en rose in Köln

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Köln Wahn.  Wie einst Rudi Altig packen Kölner Radsportler ihre Räder an der Wahner Heide aus den Kofferräumen. Rund um den Flughafen  liegt das bevorzugte Trainingsgelände der Triathleten. Im Minutentakt sausen sie an Wochenenden los.

a bmwAn der Halle des SV Neptun Wahn treffen sich heute andere Radsportler. Es sind  Kinder im Geiste von Sacré Rudi. Andere nennen es Eroica,  Köln aber feiert seine Premiere mit  klassischem Rennrad ohne große Folklore, bodenständig. Es reicht ein ausgelobtes Fäßchen Kölsch und die Teilnehmer kommen mit ihren stählernen Maschinen. a rosefris gazelle

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Sie haben Glück: das Wetterradar sagt einen kleinen Waffenstillstand der Herbststürme an, bald stehen an die 40 Räder zusammen nebst Fahrern. Kurzes bemustern des Geräts und letzter Austausch über die richtige Übersetzung für den Rundkurs.

b expertenrunde1Die einstimmenden Geräusche surrender Freiläufe und zischender Luftpumpen begleiten die Worte des speakers.

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Roy der Randonneur  schürt die Vorfreude auf einen Kurs ein der alles bietet: Sand, Schotter, Wasser, Holz und Hügel –  ein letztes mal werfen wir einen Blick auf blinkende und makellose Räder. Gentlemen . .

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. . . in die Pedale!

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Wir beginnen mit einem Waldwegslalom, der die fahrerischen Qualitäten abruft. Sandiger Schlick  wechselt mit rollendem Schotter – wohl dem, der robuste Reifen gewählt hat.

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Nach kurzem durchzählen werden die Reifen wieder trockengerollt. Ein weiteres Rad in Altrosa fällt mir auf:

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Es ist schon irre, was eine Simplex Schaltung hinkriegt. Eine Simplex aus Hartplastik! Der Parcours ist nun leichtgängiger, das peloton findet zusammen und wärmt sich fürs nächste Hindernis auf. Ein schmaler Holzsteg über einen reißenden Bach.

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,.. nach der Waldpassage geht es wieder hinaus ins Freie und durch die Felder. Erste technische Defekte ziehen jetzt das Peloton auseinander. Man lächelt uns genußvoll zu, b genießer

die Karawane zieht weiter. unterdessen formieren sich Werksmannschaften, neben Peugeot, Mercier  und Eddyz gibt es eine unauffällige Koga – Gruppe, die sich langsam nach vorn arbeitet..

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Koga: eine Marke für große Fahrer.

b rosé decolgneEinige zierliche Italiener auf Schlauchreifen hat es erwischt. Die wartende Gruppe genießt die Sonne unter Fachgesprächen . c pausoAlle freuen sich über die kommende Asphaltpassage, auf der man es laufen lassen kann

a kondorBald aber zeichnen sich zackig die nächsten Höhenzüge ab. Nervös werden jetzt die Schaltwerke geprüft, Ketten rasseln unindexiert über die Ritzel. b anstieg1Keine Sekunde zu früh, denn am Waldsaum links geht es in die erste Bergwertung. Hier zeigt sich bald, wer richtig aufgelegt hat. Die Anstiege im Bergischen sind nicht die längsten, doch stellenweise herb.

b anstieg2b anstieg3Oben lacht allen weider die Sonne und ich entdeckebeim blick auf ein Hinterrad erstaunliches:

c pause2b romaniEin Romani mit maximal 18 Zähnen! Ich schlage in der Ritzeltabelle nach: das sind pro Umdrehung knapp 5Meter. Der Mann hat alle Anstiege bewältigt. Kenner wissen bescheid,  das ist Tagesrekord.

c mohlscheidOhne Flüssigkeit gestartet, bediene ich mich an herabfallenden Äpfeln . Die Radparade setzt sich bald wieder in Bewegung;   und ab,

b abfahrt

unter drohendem Wolkenteppich. bald sollte es eine richtige Verpflegung geben. Noch wird gesucht. c fürfrisc pause3 . . .und bald ist die Scheune gefunden. das Feuerchen wärmt, Waffeln, Bananen und Manner liegen bereit. Die Räder werden abgestellt, Smartphones aus der Tasche gezogen. Die Wetter App wird mit der Realität abgeglichen und siehe da: der Regen trifft ein. Kauend verkriechen sich die Teilnehmer in die Scheune und unter die Dachrinne. c stilllifeBald aber geht es mit dampfenden Sätteln wieder los

c publikum

Unter den aufmerksamen Blicken des Publikums umfahren wir die Folgen des Schjauers.

c apres rainc apres rain2Rollen ins Gegenlicht, aber kaum Zeit , die muskeln wieder warmzutreten vor der nächsten Prüfung: die CampingPaul Steigung wartet.

c campingpaule1c campingpaule3Dieser Mann aus Eisenach zieht seine stattliche Körpergröße auf einem Diamant Original hinauf. Das kleine Blatt hat Zeitgemäße 47 zähne. Rudi Altig siegt am Henninger Turm 1970 mit immerhin 44. Der Mann hier ist also stärker als Altig. Es sind noch einige Höhenmenter, vorbei an hübschen Fachwerkhöfen.

c campingpaule4Das ist der Charme des Bergischen.

Auch hier finden sich die Teams bald wieder zusammen und mit Genugtuung vermerkt Team Koga ein gutes Mannschaftsergebnis. Die lustigen Überraschungen des parcours wollennicht enden. Einen Teilnehmer schob ich beinahe in den Misthaufen – verbremst! Sorry,  doch es ging weiter. Dann der nächste schmale Steg, diesmal über die Agger.

c brautschauDa hätte es fast die Braut erwischt. Trotz eines üppigen Angebots ist sie bei ihrem mann geblieben und überläßt das Peloton dem nächsten Anstieg. Auch hier eine Begegnung, die uns die Schmerzen vergessen macht

DSCF7446Wohlan Weidmann! Wir lassen die Ritzel krachen im sicheren Wissen um den Lohn der Abfahrt. Nur noch ein paar Wellen und dann zurück auf den Wahner Rundkurs.

c kölnerbuchtSo endet eine gelungene Premiere. Gleich folgt das erste, bald das zweite Faß, wir prosten den Veranstaltern zu, die sich soviel Mühe gegeben haben uns einen feinen Tag auf dem Rad zu servieren : la vie en rose.

a touch of pinkDas Freundschaftsband werde ich behalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hinter den 7 Bergen: Yalu

DSCF7516Genosse Mao und Gefährten, 1949

Unangenehmes Säbelrasseln tönt immer wieder in unsere behaglichen Wahlkampf. Während Fingerhakeleien über die Rente mit 67 oder 70 ausgetauscht werden, Emissionsübungen und Reinheitswettbewerbe in Eurostufen ausgetragen, gibt es von der anderen Seite der Welt häßliche Zwischentöne, die unsere demokratischen Gefechte tunlichst nicht kontaminieren sollten.

Zwischentöne, die an die angestaubte Welt des kalten Krieges gemahnen. War es nicht der japanstämmige US-Historiker Francis Fukuyama der uns schon ans Ende der Geschichte gewöhnen wollte? Vielleicht sollte er den Blick zurück auf seine Wurzeln lenken. In der Tat findet vor Japans Küste nichts anderes als die Fortsetzung einer Geschichte statt, die mit der Invasion der Mandschurei am 18. September 1931 durch Japan begann. Einen (vorläufigen) Abschluß fand sie erst 1953, dem Ende des Koreakrieges.

a yaluUm ein genaueres Bild über diesen Krieg, seine Ursachen und seine Folgen zu gewinnen, empfehle ich das schon vor einigen Jahren erschienene Buch Yalu aus dem Propyläen Verlag. Es hat sich nur schleppend verkauft, Restbestände der 1. Auflage von 2007  sind noch greifbar. ISBN 978-3-549-07338-4.

Der Autor jörg Friedrich wurde durch sein Werk zum Alliiierten Bombenkrieg in Europa bekannt. Es heißt „der Brand“ und rückte Thema und Autor ins Rampenlicht. Wurde dieses Erfolgswerk gut rezipiert, gab es bei Yalu schon mehr Kritik, vor allem von wissenschaftlicher Seite. Nicht wegen Unwissenschaftlichkeit sondern stilistische Kritik. Sicher ist eine dramatische Geschichtsprosa für Wissenschaftler nicht das Mittel zum Zweck. Friedrich aber ist Autor: er selbst sagte der taz er wolle Leser und keinen Lehrstuhl.

David Douglas Duncan, magnum, This is war, Korea 1950

Für den Leser, der über 500 Seiten bewältigen will ist  das ein Vorzug. Von der Entwicklung der Atombombe, der strategischen Planung der USA , der Berlin Blockade (und ihrer Auflösung) führt der Bogen zum Koreakrieg. Hochinteressant sind nicht nur die Planspiele zur neuen Weltordnung, der Aufstieg Maos (Bild oben)  und Kim des Älteren; hochinteressant sind  – mit Blick auf die heutigen Konstellationen –  die Schwierigkeiten, die die USA haben, den Konflikt zu ihren Gunsten zu wenden. Gewonnen haben sie am Ende nur die Stabilisierung Südkoreas und eine Verringerung der militärischen Bedrohung  Japans. Der Waffenstillstand wurde von Südkorea nicht ratifiziert.

David  Douglas Duncan, Magnum, this is war,  Korea 1950

Mit der Evidenz des nordkoreanischen Atomarsenals aber verschiebt sich derzeit (genaugenommen seit über 10 Jahren) das strategische Gleichgewicht. Diese Karte wurde ausgespielt und stellt die Vereinigten Staaten ziemlich genau in die Situation von 1950, vor den nordkoreanischen Überfall auf  Südkorea.

DSCF7510Was Friedrichs Bericht über den KoreaKrieg eindringlich beschreibt,  sind die Schwierigkeiten einer materiell, technisch und wohl auch taktisch überlegenen Armee , in Nordkorea vorzudringen. Es gelang im Grunde nicht oder nur unter unglaublichem Materialeinsatz, gegen die Tunnelsysteme und Bunkerstellungen des Landes vorzudringen. Jedenfalls nicht, ohne gleichzeitig die Zivilbevölkerung mit Napalm und die Reisfelder mit Pflanzengiften zu bombardieren. Grauenhaft.

Photo: David Douglas Duncan, magnum, this is war – Seoul 1950

Ein Krieg in diesem Land wäre also auch jetzt, erst recht wenn er atomar geführt würde, ein Krieg, der die Zivilbevölkerung einbezöge. gerade letztereOption, die nukleare, wäre, wie schon im historischen Koreakrieg, nur eine hypothetische, wenn man denn nicht den Verbündeten japan mit seiner enormen Bevölkerungsdichte dem Untergang preisgeben wollte. Geschichtlich gesehen hat Nordkorea dazu mehr als nur frivole Gründe.

a mao2Was man aus Yalu noch lernen kann, ist, daß Blut dicker als Wasser ist. Nordkorea führte den  Krieg nicht allein, es waren die chinesischen Nachbarn, die schätzungsweise 700.000 sogenannter Volksfreiwilliger dem Konflikt opferten. China war, ist und bleibt der natürliche Verbündete der Kim Dynastie. China ist der heimlicheTeilhaber,  der die japanischen Bunkersysteme, Brücken und Staudämme übernahm und sein Nuklearprogramm (möglicherweise) exportierte . Diese Teilhabe wird nach wie vor über den Yalu physisch abgewickelt: die Mandschurei ist reich an Bodenschätzen.

a kom1Das weiß sowohl unser Außenminister, der voreallem nach Peking reist, um sich dem Wahlvolk als  Noch- Minister zu empfehlen, als auch das Pentagon. Während Kim den Atompoker spielt bietet er, wie sein Ahne, erneut sein Land als Spielfeld und sein Volk als Pfand an, auf das sich die Kräfte der alten und neuen Supermächte messen.  Ein Volk, das sein Land kaum nährt ist Verfügungsmasse,  ein Diktator nach nuklearem Bodybuilding nicht.

Aus dem Bildband: Die totale erinnerung, Kim Jong Il-s Nordkorea, Kracht, Munz, Nikol RuB 2006.

 

 

 

 

 

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Ein Auto für den Präsidenten

b opel„Monsieur le Président! Attendez!“  Zu spät, Macron hat sich vom Opel Stand (jetzt : Peugeot) verabschiedet und ist schon unterwegs in eine andere Ecke seines Imperiums.

Die profanen Sorgen seiner Deutschen Nachbarn, was sie denn nun für Fahrzeuge auf der IAA noch zeigen dürfen ohne ausgelacht zu werden, teilt er nicht. Er braucht kein Elektromobil als Feigenblatt über die Unreinheit des dreckigen Verbrennungsmotors. Wie sie alle nur zittern! Den lustigen Kabinenroller Twizy bauen sie doch schon seit 7 jahren!

b pallasDe Gaulle hatte es noch leicht. Fortschritt war möglich, Fortschritt war erwünscht. Es gab neue Materialien, exotische Techniken und ungeahnte Möglichkeiten des Komforts. Kosten spielten keine Rolle. Die Ausführung Pallas, also die Göttin Athene, war seine Wahl  von Beginn bis zum Ende.

Auch sein nachfolger Pompidou blieb dem Modell treu, ebenso seine Frau, wenn auch auf tragische Weise: ihr Chauffeur verschätzte sich in einer Kurve zwischen Urrugne und Hendaye…

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Der Citroen DS verkörperte wie kein anderes Auto die fünfte Republik Frankreichs. Der neue, junge Präsident (etwas älter als Christian Lindner, Kandidat der FDP) beruft sich ausdrücklich auf den General de Gaulle als präsidiales Vorbild. Was nicht bedeutet, in einem DS chauffiert zu werden.

Die Wahl des präsidialen Autos war denn auch eins der Themen direkt im Anschluß an den WahlCoup  und des Aufstiegs seiner Partei aus dem Nichts.

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Eine der wichtigsten Fragen zur Amtseinführung war dann auch: welche Marke? . . die sozialistischen Vorgänger haben keine Wahl gehabt sie mußten einen Renault nehmen, wegen der staatlichen Beteiligung. Der Nachfolger konnte schon deshalb diese Marke nicht wählen, weil das eine Anerkennung der Vorgängerreigierung bedeutete, die er ja verlassen hatte.

Blieb also nur noch der andere Konzern, PSA, bekannter unter dem Namen seiner Kernmarke Peugeot, was nichts anderes ist, als der Familienname der Haupteigentümer.

PSA ist inzwischen so etwas wie ein französisches GM, darum auch Opel (s.o) gut ins Portfolio passt .  Aber ein Peugeot, das ist immer auch ein solides Auto, etwas bieder, also wirklich nichts, womit ein (französischer) Präsident Glanz verbreiten könnte. Also Citroen?b ami2

Nun, auch das ist ein Citroen. …. Macron ist nicht immer zu beneiden. Zum Amtsantritt hat  er dann ein etwas neueres Modell genommen, das eben auf der IAA präsentiert wird, ein PSA Plattformauto mit präsidialen Extras. Aber wenn er gewollt hätte, vor allem wenn er gekonnt hätte – dann hätte er ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen der französischen Moderne.

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Er hätte dafür einen HK 500 genommen, der letzte Versuch des après guerre, einen französischen Supercar zu bauen.

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Die Firma Facel war der eigenwillige Versuch einer Handvoll französicher Industrieller , so etwas wie den Bugatti der 50er herzustellen, eine Marke, der nicht nur Frankreich nachtrauerte. Diese Automobile Trauer mußte beendet werden.  Sie bestellten also bei Chrysler einen 6Liter Motor, der mehr  Drehmoment besaß , als jeder italienische Sportwagen. Dann konzentrierten sie sich aufs wesentliche: Stil und Komfort.

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Die ArtDeco Rücklichter sahen wir bereits. Hier der Innenraum, ein einziges Lederboudoir in rot. Heizungsregler, Automatikgetriebe und ein integriertes Autoradio von his masters voice. Ein 6 Liter V8 ist bei 100kmh auf einer Landstraße fast unhörbar, und die europäischen Landstraßen hatten keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Dank Napoleon (die erste Republik) verliefen sie schnurgerade. Straßen für den Facel Vega.

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Hier nun der Platz von Madame,  denn trotz Servolenkung (hatte Ferrari die? ), saß eher Monsieur am Steuer , das war der anstrengende Teil am Auto . Und direkt vor Madame befand sich ein ausklappbarer kleiner Spiegel, breit genug  allerdings um das ganze gesicht in Augenschein nehmen zu können. Ein Auto für Herrn und Frau Macron.

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Aber die Dinosaurier wurden von der Geschichte überholt. Facel hatte unter den happy few „son moment de gloire“ und dann war es nach einigen Jahren vorbei. Die Routes Nationales (und erst recht die Städtchen) ächzten unter dem Last – und -Ferienverkehr, erst die Geschwindigkeitsbegrenzung, dann die Umgehungsstraßen, dann die Autoroute du Soleil, dann die Saturierung der Luft im Europa der Pendler.

Herr Macron muß sich mit den ergebnissen und  Erzeugnissen der Gegenwart herumschlagen und wenn es  eine untermarke der PSA ist mit schönem Stammbaum. Wird er eines Tages, wie der General und sein Land, auch mit einem Auto in die Geschichte eingehen?

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Dieser Facel Vega jedenfalls hat seinen Platz in der Geschichte schon längst:  auf der Nationale 7 stirbt der Verleger Gaston Gallimard – wahrscheinlich bei einem riskanten Überholmanöver –   am 4.1. 1960 in seinem Facel.   Neben ihm saß Albert Camus, die Stimme des Existentialismus , Nobelpreis von 1957.

Es steht kaum zu befürchten, daß Président Macron, die selbsternannte Stimme der Effizienz, sich ans Steuer eines extravaganten Automobils begibt, um dem Rausch der eigenen Geschwindigkeit zu erliegen. Er wird schon weiterkommen.

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Wir allerdings, wir haben andere Probleme – wir wissen weder womit wir fahren noch wen wir wählen sollen. Ein Fahrrad vielleicht?

 

 

 

 

 

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Hohe Wurzel

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ist es ein letzter Tag volle Versprechungen? An diesem Sonntag erholt sich Deutschland von der ersten Herbstregenwelle des Jahres. Einen Tag Pause macht das Tief über Schottland und gönnt allen unterhalb der Linie Luxemburg – Bonn-  Göttingen die vorhergesagte Sonne.

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Die Rosenstöcke nutzen die Lichtennergie, um sich mit letzten Blüten vom Sommer zu verabschieden. Dem Beispiel folgen, ein Tag auf dem Rad ist die Blüte seines Sports ; also heute südwärts,  die Wolkenlinie unter kreuzen und dann den Taunus überwinden.

a1Die Sommer-Gazelle trägt mich durch ein leergefegtes Aartal, das sonst von Motorradgruppen überrollt wird . Eine neue Fahrbahndecke ist der Grund für die ungewohnte, eben sonntägliche Stille zwischen Diez/Lahn und Taunusstein, die ungetrübt das Rauschen des Bachs vernehmen läßt.  Nur der Wind ist ein Feind, trägt Wolken in rascher Folge nach Nordost hinweg ,  läßt dann Sonne durchbrechen , begegnet mir heimtückisch frontal an der ein- oder anderen Talecke. Wind, ich kenne Dich, aber hältst mich nicht auf.

a lagascheuBad Schwalbach greift vor – und weist  auf die Blüten des nächsten Jahres hin: auf den brachwachsenden Gleisen der Aartalbahn wird eine Landesgartenschau in Aussicht gestellt.  250m weiter, gleich nach dem alten Betriebswerk nennt mir ein 2RadGenosse den Weg: rechts ab, hinauf  und dann Richtung Wiesbaden folgen. Die lange harmonische Ouvertüre ist beendet, es geht in den Anstieg . Hettenhein.

Senkt sich der Taunus an seiner Nordseite (also meiner!) sanft-hügelig und vielgestaltig zur Lahn, gleicht die Faltung nach Süden einer riesigen Halde, die ungefähr in ihrer Mitte von der Autobahn 3 eingekerbt wird und dann recht steil und eindeutig zur Mainebene abfällt. Diese Falte kulminiert in Ost mit dem großen Feldberg (ca. 800m) und auf der Westseite der Autobahn mit der „Platte“ (500m)  und der „Hohen Wurzel“ (600m).

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Dieser kleine Punkt dort am Horizont ist ein Telekommunikationsturm. Er markiert die Hohe Wurzel. An guten Tagen kann ich ihn, in 50km Luftlinie, von meinen kleinen Runden aus sehen, jetzt ,kurz nach Hettenhein aber ist er nur noch wenige Kilometer entfernt. Dahinter liegt Wiesbaden, mikroklimatisch eingebettet zwischen Rheingau und dem Hunsrück, doppelt geschützt vor Wind und  Wolken, von der Halde mit Wein versorgt und von den Amerikanern mit dem Privileg der Landeshauptstadt. Frankfurt  und fortfolgende Siedlungen dagegen sind für die Arbeiter und ihre Hüter geschaffen .

Meine Arbeit besteht  darin, auf den Kamm zu gelangen und den Turm zu erreichen.

a3Am Sockel gelegen noch das Taunus Wunderland, dessen Wunder in meinen Augen sein Fortbestand ist. Pflichtschuldig  leisten sich Familien den Eintritt in das, was sich Freizeitpark nennt. Andere Parkanlagen mögen der Erholung gewidmet sein,  dem Lustwandeln, dem Picknick oder dem trauten Zwiegespräch mit dem Smartphone –  diese hier verspricht (gegen Bezahlung) Freizeit.

a4Der Anstieg zur hohen Wurzel endet mit einer doch recht strammen Geraden. Man unterschätzt immer wieder deren Neigung .

Nach der Paßhöhe führt ein Forstweg gleich links den risikofreudigen Wanderfahrer hinauf .  Den Schildern „Feuerwehrzufahrt Telekom“  folgend geht es durch den ansehnlichen Tann: letzte Höhenmeter –  balde ruhest auch du.

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Das überragende Mahnmal der Dienstleistungen om Megahertzbereich erweist sich in der Untersicht als recht profan erhaltenes Stück Zweckarchitektur, backsteinerne Flachbauten beherbergen summende Generatoren. So entsteht Funk, Fernsehen., – LTE !?. Heute, 11. September (sic!) ist Tag des offenen Denkmals (sicsic!), aber niemand steht hier an der Pforte, uns den Weg zu weisen zu einem Denkmal unserer Zeit, einer Säule der elektronischen Himmelskuppel .

DSCF7084Die Gazelle hat sich gut geschlagen, zur Belustigung geht es wirklich steil und gewunden hinab – ich habe also die richtige Seite gewählt.  Auf den Tann folgen bald die Obstgärten und  Wärme. Endlich die  Gründerzeit : Wiesbaden ist eins ihrer schönsten Museen .

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b schlosswiebPlatanenalleen, Giebel, Gediegenheit. Dem Mann aus dem Hinterland verschlägt es die Sprache. Man weiß einfach nicht, an welchem Café halten, welche Eisdiele wählen. Am Schloßplatz stehen die Autos in Reihe.  60er 70er 80er und das beste von Gestern. ich werde mich umsehen nach einem geeigneten fahrzeug für den Präsidenten: Macron!

 

 

 

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Geister, die ich rief

Wie immer durch die Felder, morgendlich, hauchweise feucht – aber im Himmel blaue Fetzen. Horizontlinie: schwaches drehen der Rotoren, die weißen Positionslampen blinken LEDig. Aus dem Wald, nach der schmalen Brücke. Ein Vorfahrer in 300. Vorn ein blinkendes Schutzblech?  – kann doch nicht sein. Chrom? Unidentified Cycle…..

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Altes Rad& Schwerer Tritt: aber wie der Blick auf die Ritzel zeigt, geht es nunmal nicht leichter . Lackierung bizarr handmade? Gewiß. Emailliert und mit Klarlack versiegelt. Und vorn die verräterisch blitzende Tropfenlampe.

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Ein Herrensportrad 1952. 3gang Torpedokettenschaltung mit Rücktrittbremse. Fast alles original, gefederter Wittkopp Ledersattel. Die Kette schleift  sanft am Alublech. Sein Name?

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Stricker. Nie gehört, aber bin jetzt alt genug , das zu genießen. Dem stolzen Reiter brunox empfehlen –  und neue Mäntel, dann kann es über 100 werden.  Leicht geht es dahin. . .

Bei Paris brest Paris gab es 2015 so einen Engländer, der auf einer ähnlichen, noch älteren Maschine unterwegs war –  denken Sie mal darüber nach.

 

 

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Die Zeit zurückstellen

Es gibt Uhren, die brauchen nur alle paar Jahre eine neue Batterie. So wie die Küchenuhr mit dem roten Rand, die mir vor 18 Jahren bei einem Interimströdler in der Ilsenburger Straße, Charlottenburg in die Hände fiel . Sie läuft unbeirrt. Neben dem kleinen Zwischenmieter lag das Radomizil –  eine Kneipe und schräg gegenüber ein amtlicher Trödler der mir verriet, einige würden schon um 11 „mit 2 Atü uffm Kessel“ bei ihm aufschlagen. Das nahe Kraftwerk und die „Entsorgungsbetriebe“ hatten ihre Belegschaft schon lange rationalisiert, genauso die alte AEG Turbine, die nun Siemens hieß. Das Leben hier in dem Mietquadrantenviertel des Mierendorffkietz nördlich der Spree lief weiter.

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Und das Leben hier zwischen den vielen grünen Hügeln über der Lahn , das rollt nun seit vier jahren am selben Ort dahin, wie ich beim Durchforsten meiner digitalen Gedächtnisse sehe. Einige Batteriewechsel, einige Schulklassen weiter, einige Räder mehr.

DSCF3225Wieviel diese Jahre zählen? Für  Radsportler gibt es da eine interessante Methode die zeit zurückzudrehen:  Er besucht eine alte Trainingsstrecke, die er lange nicht mehr gefahren ist . Der Aartal-Radweg ist so eine Strecke, ein Lehrpfad der jahre 2012-2013.

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Die Aar ist ein schnelles Wasser aus dem Taunus, eher ein breiter Bach, der bei Diez in die Lahn mündet. Das von ihm  geschaffene Tal ist breit genug für eine Bahnstrecke (stillgelegt), eine malerische Landstraße Richtung Bad Schwalbach und Taunusstein, und einen gut genutzten Feld/Radweg parallel dazu. Steigungen sind kaum spürbar, meist geht es flach durch den Wiesengrund, es läßt sich also bestens einrollen.

DSCF6715Hier lernte ich, mit höheren Umdrehungen zu fahren, richtig warmzuwerden für die (kleinen) Anstiege nach Dörsdorf, Mudershausen, Katzenelnbogen . . . .  Lange Geraden über gute  Feldwege, kaum Verkehr und viele Möglichkeiten, von der gewählten Route abzuweichen. Ein ideales Trainingsgelände. Wenn jemand die Liebe zum Radfahren entdecken will, dann auf solchen Strecken, es hat sich bewährt.

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Manchmal ist es nur eine Lust, Laune und der Wunsch, ein paar alte Bäume wiederzusehen, noch einmal den Geschmack von echtem Quellsprudel zu spüren, wie in Rückershausen (Gemeinde Aarbergen). Gerade hatte ich den metallischen Geschmack und die sanfte Schärfe der Kohlensäure wiederentdeckt, als mir auf der Dorfstraße ein lange verdrängtes Vorhaben einfiel.

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Unter den 400 Seelen des Dorfes gibt es eine Scheune mit beinahe ebensovielen Rädern. Den Mann, der sie zusammengetragen hatte traf ich vor drei Jahren auf seinem Jack Taylor. An solchem Ort einen Mann auf einem Jack Taylor zu treffen war kein Zufall und so erwähnte er nach kurzer Befragung seine Sammlung. Seitdem kam es nicht mehr zum  Treffen, – vielleicht weil ein Umzug dazwischen lag, vielleicht weil sich Trainingsstrecken  änderten. Auf dieser Dorfstraße schien ihn keiner zu kennen.

Beim dritten Fragen wurde ich fündig und bekam eine recht genaue Wegbeschreibung;  es war ein kleiner Winkel in einer Seitengasse, den man erst einmal entdecken mußte. Nun stand er da hinterm Zaun und erkannte mich vielleicht irgendwie wieder – es kann auch die AlexSinger Mütze gewesen sein, die meine Glaubwürdigkeit erhöhte. Ein Hof, eine Scheune, eine kleine Werkstatt, so kann ein Reich aussehen.

b claub.Nennen wir ihn claudbutler,  denn bei diesem Hersteller scheint das Finderglück am offensichtlichsten geweseen zu sein. Mehrere komplette Maschinen der Marke hingen an der Wand oder standen in Reihen aufgebaut. Wie man auch bei  Kimura lesen kann,  schloß ClaudButler seine Werkstatt 1956. Die Räder, die ich hier bestaune, ein Jubilee, ein GrandSport und die anderen sind also alle älter als 60 Jahre.  Es ist nicht unbedingt (nur) Anglophilie die englische Räder interessant macht .

Der Historiker Hobsbawm beschreibt, wie er nach dem Krieg ein 3Gang Rudge in Raten abzahlt. Für einen Mann, der in Cambridge promoviert hatte und eine Geschichte der Arbeiterklasse schrieb, war ein Autonicht nur ideell sondern auch finanziell keine Option und so zitiert er in seinen memoiren den Werbespruch : „…egal wieviele Fahrscheine du kaufst, der Bus wird dir nie gehören . . .“;  so, wie Hobsbawm sich ein Rudge leistete, kauften andere ihr Claud Butler.

Diese Räder erfüllten oft mehrfache Zwecke: Hauptsächlich fuhr man darauf zur Arbeit,  Einkaufen und zum Zelten (damalige Pauschalreise) . Doch oft waren Räder mit 4Gang Schaltungen an Wochenenden Rennräder. Dann wurden Schutzbleche entfernt und die Ausfahrt im Club oder das Zeitfahren begannen.

claud jubileeWegen dieser historisch-geographischen Besonderheit entstehen auf der Britischen Insel etliche Rahmenschmieden und  kleine Hersteller. Das heimische Reynoldsrohr gab es in vielen Varianten und je nach Vorliebe und Können wurde es gemufft oder fillet brazed,  also muffenlos gelötet. Den Kundenwünschen für Anbauteile und sonstige Bremskabelführungen konnte entsprochen werden, desgleichen Lackierungen und Sonderausstattungen.

coll jtNicht nur bei den Rahmen gab es viele Alternativen sondern auch bei den Anbauteilen. Da gab es ein halbes dutzend Nabenhersteller…. im Unterschied also zu den eher standardisierten Gebrauchsrädern des Kontinents ist leicht zu verstehen, welcher Reiz für einen Sammler von britischen Rädern ausgeht. Vor allem entdeckt man eine Vielzahl an technischen Lösungen, die damals am Anfang ihrer Entwicklung stehen.

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Eine Sammlung ist immer ein Ort, an dem die Zeit zurückgestellt wird. Wie auf der alten Trainingsstrecke werden dabei  Fortschritte bewußt oder schonmal relativiert.  Vieles ist schon dagewesen denke ich mir, vor allem wurde verfeinert . Und die Produktion wurde verlagert – aber das wissen die Menschen um den Mierendorff-Platz besser.

c 01Am Fahrrad ändert sich fast so wenig wie an den Jahreszeiten, das Hauptmaß technischen Fortschritts,  Moores Gesetz , ist außer Kraft. Fahrräder sind Mechanik 1.0:  auch bei neuen Werkstoffen und noch neueren Wattmetern, ein ClaudButler läuft auch im 21Jhdt, (anders als ein commodore 64 ) auf einem volltauglichen Betriebssystem.  Die einzigen updates dürften Reifen und Schläuche sein und vielleicht ein LED Birnchen. Man darf einmal gesetzten  – englischen –  Standards für Ketten, Laufräder und Gewinden heute dankbar sein. Sie haben sich global ausgebreitet und bilden fast eine Garantie für die Unbegrenztheit unmotorisierter Fortbewegung.

Exif_JPEG_PICTUREBei genau solchen Ausfahrten werden sie gebraucht.

Es wäre an dieser Stelle leicht, sogenanntem Retro das Wort zu reden. Was mich hier beeindruckt, ist eine (eher zufällige) Beständigkeit. Mehr als 100 jahre gibt es einen Standard, der die wichtigen Verschleißteile auf Rädern austauschbar macht. Hier ein Satz Reifen, dort eine andere Kurbel, schon ließen sich mit den alten Rädern alle Brevets dieser Welt meistern.

a5Gestern noch sah ich die Schwalben im Tiefflug über den Wiesen letzte Beute machen. Heute bringen Traktoren die ersten dz Kartoffeln ein.  Landmaschinen zeigen uns die Jahreszeiten an.

b 1Den Schwalben folgen die Krähen. Auf der Krume der Felder breiten sie sich aus,  dunkle Boten der nächsten Jahreszeit.

Aber trotz Wind geht es noch in kurzem Trikot über die Höhen hinunter in die Täler und wieder aufwärts. Katzenelnbogen, Laurenburg /Lahn, Langenscheid, früher (2013) war eben nicht alles besser. Doch die Zeit läßt sich nicht zurückstellen – man kann sie nur genießen

b rog wilUnd ein gutes Buch zur Hand nehmen. Mit dank ans Café Kommödchen in Katzenelnbogen.

„Am Ende wurde es Gesamtrang 47 von über 1111 Startern und in der Altersklasse Platz 13 mit einem Schnitt von 41,84km/h –  Sekunden nach dem Sieger im Ziel“ (aus einem Interview)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Heumachen (la fenaison)

Die Bauern nutzen die letzten warmen Tage. Mähwerke rotieren, das Heu wird gemacht. Die französischen Sommerferien enden erst heute. Es gibt einen historischen Grund  für diese langen Ferien: um 1950 half jeder zweite Franzose im Sommer auf dem Land aus, viele Familien verbrachten ihre Ferien (auch) als Erntehelfer.

a22a3a1a4Bernard Thevenet schreibt, seine Eltern hätten ihn noch 1973  gebeten, beim Heumachen zu helfen. 40 Tage dauerte es, das Winterfutter für die Kühe unter Dach und Fach zu bringen. 12 Stunden täglich. Da war Thevenet schon Profi . . . und als Radprofi mußte er sich weniger schinden als seine Eltern – hat er mehrfach wiederholt, der Thevenet . . . ..

 

 

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