Erinnerung Prignitz

5 12 12  Prignitz Ende August

Exif_JPEG_PICTURE

 

Es war ein feiner, frischer Sommertag, die Prignitz stand leer wie immer. Mit den vorhandenen Karten suchte ich mir die Route nach Norden, weg von der Elbe ,dorthin wo es welliger wird und mehr Laub wächst. Einrollen über den Pritzwalker Forst, eine Sattelposition finden. Das Rad ist noch ungewohnt. Immer an den Tannen lang und genießen, wie wenig Verkehr es gibt. So müssen sich wandernde Radler vor 40 Jahren gefühlt haben. Immer wieder der Versuch, ein Ritzel kleiner zu gehen, zuviel Ungeduld. Die Dörfer sind klein, es gibt keine Werbung, es gibt keinen Nachkrieg, es gibt höchstens eine LPG und bescheidene Plattenbauten.

Eigenartig, daß Rückschrittliches sich gut anfühlt. Ja auch nur aus der perspektive des freien und zwecklosen Pedalierens gesehen. Linksrum rechtsrum, ich verfranse mich. Da: ein Radfahrer mit einem Kind auf dem Gepäckträger und einer Aktentasche um den Lenker. Freundlich nennt er mir den richtigen Weg. Ich: was machen sie hier, so einsam gegen den Wind fahrend ? Er: Wir treffen uns an einer Kirche am Anger, machen eine historische Führung. War es der junge Günter de Bruyn ? Nein, der elefanteske grüne Traktor vor der LPG bezeugt mit seinen Ellipsoidscheinwerfern das neue Jahrtausend.

Die Bäume biegen sich im Wind, ich folge Wegen mit hohen Hecken. Immer an der Wand lang. Dann hinter Perleberg (Roland), kleiner Zoo, wieder der dichte Kiefernwald. Schön dicht – es kommt kein Wind durch und die Sonne wärmt. Der Schweiß läuft-  Forever Young. Go Raleigh! Großes Blatt, die gabel summt im Wind. Absicht oder Zufall. Wenn ich meinen Finger hinter die Bremse halte, hört es auf zu pfeifen. Höhere Aero-dünamick.

Der letzte Ort vor dem Ziel- Legde.

Der Sportplatz verwildert zusehends – 2002, 2003, 2004 trainierte ich hier mit Nic und Paul Fußball – bei 30 Grad  – Am Nachmittag ziehen wir uns in den Schatten des Zimmers zurück und sehen die Tour de France. Ich gönnte mir ein tages-Weizenbier, sehr kalt.

Nun sitze ich auf dem Rad und die Tore zerfallen im Gras. Was tun, wenn für eine Mannschaft zu wenig Kinder im Jahrgang sind? Unser Sportplatz  -Betreten verboten.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Spleen & Ideal veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s