Der Tag des Wassers

Exif_JPEG_PICTURE220313 Old Champion am Tag des Wassers

Heute lese ich in Zeitungen, ist der Tag des Wassers. Es ist immerhin nicht mehr der Tag des Schnees, selbst wenn auf den Höhen bei Schönborn noch einiger legt.

Wasser bestimmt meine Fahrt, denn die Möglichkeit, flach einige Kilometer einzurollen verdanke ich der Aar und ihrer (verhältnismäßigen) Wärme. Das ist ein kleiner Fluß, fast ein Gebirgsbach, der aus dem Taunus herunter in die Lahn einfließt und dabei ein verhältnismäßig breites Tal geschaffen hat. Es gibt auch einen Bildband,  der ihn von der Quelle bis zur Mündung beschreibt –  es wäre sicher möglich, einen Schöneren zu machen. Das 20km lange Tal ist breit genug für eine stillgelegte Bahnlinie, eine Bundesstraße und vor allem : einen Radwanderweg.

Dieser zieht sich parallel zur Bundesstraße zwischen Felder und Dörfer, nicht immer ist er geteert. Aber zum einrollen im Winter vollkommen.

Der Talboden verbirgt ein unterirdisches Geschenk: Quellen, die auch Sauerbrunnen genannt werden. Zunächst dachte ich mir wenig bei den Hinweisschildern und erst auf Anfrage erklärte man mir das Wasser für durchaus trinkbar, leicht kohlensauer und stark eisenhaltig. Ideal für meine Trinkflasche und gleich am Wegesrand.

Flüssiges Gold. Woher sollen wir Wasserflaschenkäufer auch wissen, wie echtes Quellwasser schmeckt?

Eigentlich ist ja  62 nun meine Rahmengröße ist, selbst wenn ich auf einem 60er Peugeot und auch mal auf einem 64,5er Raleigh unterwegs bin. Aber immer, wenn ich mich auf den alten Champion von Gazelle setze, dem die 64 unter den Bremssteg eingestanzt ist, passt alles.

Nachdem ich nachgeforscht habe, ist der Grund dafür die Oberrohrlänge. Mein kürzestes Rad hat dort 57,5cm, die Gazelle gerade einen cm mehr. Beim „Kurzen“ habe ich einen Lenker, dessen Bogen weiter nach vorn auslädt, bei der Gazelle verläuft die Kurve des ttt „Merckx“ etwas enger. Zudem sind die Gazelle Rohre steil gehalten – das entscheidet insgesamt die Sitzposition in Bremsgriffhaltung. Mit den Vorbauten und ähnlichen Winkeln gleicht sich diese an , weshalb eine meiner allmählichen Gewissheiten ist, dass eine Rahmenhöhe allein eben nicht viel über die Passform sagt.

Nach dem Sauerbrunnen geht es in den Dörsdorfer Anstieg Die Vögel sind zu hören, dabei sind die Pfützen immer noch gefroren auf dem Aartalweg und das Streusalz färbt die Lauffläche der Reifen weiß. Winter ade singen wir dennoch, dann das Licht hat sich geändert, die Weidentriebe haben Farbe angenommen, Haselsträucher blühen und ich glaube, die Hunde bewegen sich an den Leinen unbeschwerter.

Die Aar rauscht, fließt schneller als ich fahre, ich habe mir den Laufradsatz vom „Galibier“ geborgt mit den dicken 25er Reifen. Weil er doch einen Heldenzahnkranz hat, 12-23 in meinem Fall, kam mir der Gedanke ihn aufs champion mondial zu packen, dass vor meiner Zeit einmal eine Dreifachkurbel bekam, (die bei der Ventoux-1stbefahrung auch sehr notwendige Dienste leistete).

Natürlich denke ich , es geht zu leicht. Dann fahre ich eben hohe Frequenz bergauf. So leicht geht es dann doch nicht mehr. Wiegetritt. Schlecht. Hält den Gang nicht, Kette springt,  also wieder in den Sattel. Es ist ruhig, besonders ruhig, wenn auf 4km kein Auto mehr kommt.

In zwei Wochen singen hier die Vögel, in vier sehe ich grün, schwer zu  glauben, aber Mitte April ist es dann. Die Natur will es so , nur im Augenblick will sie es nicht und uns nah am Frost halten.

 

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Bitte: der Winter 2010 war auch lang, sehr lang, gerade im Norden. Ostern im Schnee. Die erlösende Rückkehr aus der Prignitz, die eine einzige Schneewüste war. Ab Würzburg war es Frühling. So wird es auch diesmal sein, wir dürfen es nicht vergessen.

Weiter geht’s in die letzte steile Schleife: ich kann den Waldsaum sehen. In einem durch, schnell zurück ins Tal.

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