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40914 Beinahe neueste Bücher

 

Bike!: A Tribute to the World’s Greatest Cycling Designers

Paperback– 3 Jul 2014 by Richard Moore (Editor), Daniel Benson (Editor)

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Die Zeiten sind gnädig: nie gab es so viele fette, schwere und schön bebilderte Bücher zum Rennrad. Dies hier ist eines mehr und ich folge willig der Aufforderung von Amazon, es zu rezensieren.

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Denn ich habe den Fehler begangen, es zu kaufen.Bin ich schon übersättigt? Habe ich zu viele Stunden vor dem Rechner zugebracht, mir Spezialwissen mühsam anzueignen? Wahrscheinlich.

Das aber sollte das dutzend Redakteure des Buchs, von denen fast alle dem Stab der schönen Zeitschrift rouleur (Periodikum wäre der gehobene Ausdruck) zugehören, sicher ebenfalls. Sie verdienen nämlich ihr Geld mit diesem Wissen.

Umso enttäuschter bin ich dann von einem derart schlecht lektorierten Buch. Da stimmen Bilder nicht immer mit Texten überein, da fehlen wirklich wichtige „ Bike Designer“ (Masi! Singer!) sowie historisch nun definitiv bedeutende Räder (wie von Peugeot, Mercier oder Motobécane), weil möglicherweise die Quellenlage eher anglozentrisch war. Sachliche Fehler wären von Fachredakteuren zu vermeiden.

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Grundsätzlich ist es ganz reizvoll, den Spagat vom Vorkrieg bis zum neuen Jahrtausend zu schaffen, leider fehlt es dabei oft an Präzision in Darstellung und Beschreibung. Werden alte Epochen beschrieben verfallen die Artikel oft in ein heroisierendes Radlerlatein und je stärker wir uns der Gegenwart zuwenden, kommen PR Stanzen zum Einsatz, in denen fast jede beschriebe Marke ständig bestrebt ist, seine Innovation global voranzutreiben.

 

Das mag für einen beiläufig interessierten Leserkreis, der sich eigentlich für die neuen Trikotdesigns der Saison, elektrische 12fachSchaltungen und das fantastischste Carbonstück aller Zeiten begeistert, hinreichend sein, für Freunde des schönen alten Rades und allen die es werden wollen / oder verstehen, wo es herkommt. IMG_0313

und auf der Suche nach guten Quellen sind/ , ist es das nicht. Die verschiedenen Epochen des „Bike Designs“ werden nämlich nicht besprochen, ernsthafte historische Vergleiche finden nicht statt. Vielleicht ist so etwas im budget eines 30Euro Schinkens eben nicht drin…

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Ich erwähne deshalb hier, die Bemühungen Jan Heines, der da einige Maßstäbe gesetzt hat. Und dessen Bücher ihr Geld wert sind.

 

Damit das besprochene Coffeetable-Stück hier nicht als völlig minderwertiger Blätterhaufen erscheint, hier die für mich sinvollste Information daraus (sie stammt von Sean Kelly):

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Der (seinerzeit revolutionäre vitus 979 Rahmen) wurde gern gefahren, er war unglaublich leicht, die Rohre brachen nie. Allerdings wurden die Verbindungen bei professioneller Belastung irgendwann weicher, was sich im Fahrverhalten bemerkbar machte….wir bekamen dann ein Neues.

Wer also ein solches Rad heute sucht und prüfen möchte, dem ist mit dieser Aussage ein gutes Stück geholfen.

Doch das Kapitel über vitus, einer Namensbezeichnung der Erzeugnisse der CLB France/Loire Schmiede, vergisst völlig die lange Geschichte der Rohrsätze, die es von dieser Firma in verschiedenen Qualitäten gab und sehr häufig (auch an Spitzenrennrädern) zu finden waren. daß über die Fertigung von Flugzeugkomponenten der Weg zum geklebten Aluminium gefunden wurde, ist eine Information, die jedem Studenten der velopages geläufig sein müßte.

Den Fortbestand des Namens vitus , nunmehr nichts weiter als ein erworbenes Etikett, als eine Kontinuität darzustellen, ist eigentlich völlig irreführend – schade drum.

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