31214 Erstmal Schnee

die Weihnachtsbäume stapeln sich beim discounter, der Kindergarten hat für den Nikolaus geschmückt und neben der Straße liegen erste geplatzten Smarties Tüten. Es ist Advent.

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als ich dies schreibe also jetzt, um 16h48, ist es da draußen definitiv dunkel und bei Mozart 20 Klavierkonzert wüßte ich wirklich nicht , ob ich mich aufs Rad setzen wollte.  Im Café sagen sie, die Luft sei nun zu kalt, schon vom Einatmen riskiere man die Bronchitis. Aber das sind Vorurteile, es ist morgens ganz anders.

Mein Ritt beginnt immer mit einem Anstieg – es hilft, sehr schnell warm zu werden 😉 – vielleicht sollten alle Radfahrten im Winter mit einem Anstieg beginnen? Diesmal sehen die Kühe mich an. Distelfinken, die ein altes Sonnenblumenfeld in Beschlag genommen haben, drehen eine Schreckensrunde und schwirren dann über meinem Kopf hinweg. Die kleinen gelbweißen Streifen auf ihren Flügeldecken wirken wie Verbandsabzeichen eines alten Doppeldeckers.

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Auf der Höhe sehe ich den ersten weißgepuderten Kohl. Der erste klitzekleine Schnee dieses Jahr. Die Straßen sind naß vom abgetauten Salz, es sprüht an die Schutzbleche. Ich habe vorgesorgt und den Rahmen einbalsamiert: Rex Sprühöl kommt auf den Rahmen, so, daß kein Wasser haften bleibt und ich bei der Rückkehr nur noch abwischen muß: das Öl läßt den Dreck nicht festpappen und das Wasser mischt sich nicht ein. dann gehts.

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Pferde sind jetzt im Stall, bis auf die halbwilden Poneys, die ich im Gelbachtal besuche. Geduldig stehen sie an der Krippe. Sie müssen nicht hungern, hunderte von Ballen warten in Plastikbeutelen auf ihre Öffnung – draußen, auf dem Feld.

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Die Ruhe im Wald. Keine Motorräder mehr und die Kraft ist zurück: kalte Luft hat mehr Sauerstoff und dieser kleine Darminfekt, dieser häßliche Virus den ich da unten brodeln hörte und mit dünnen, rohen Ingwerscheiben bekämpft habe, ist aus mir gewichen. Genieße das kleine Schneegestöber, das mich an der Nase kitzelt!

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Der Fleischer im kleinen Städtchen hat einen guten Kaffee. Er schmeckt wieder und das Weihnachtsessen geht mir durch den Kopf. Steak für alle ? Oder es mal mit einer Gans versuchen, komplett, mit Füllung und gekochten Maroni? Die Sägespäne der Baumpfleger riechen intensiv. Wenn ein leerer Bus vorbeirauscht, stehen sie in der Salzgischt.

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Dann entdecke ich noch ein Bild: eine alte SKlasse vor einem Haus im Rohbau, mitten im Dorf. Ein alter Traum und ein Neuer? Der alte Traum der Hydropneumatik………… der Winter bringt die Dinge an den Tag.

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Eine Antwort zu 31214 Erstmal Schnee

  1. randonneurdidier schreibt:

    genau, ein echter Randonneur fährt auch den Winter durch. Das hat seinen ganz besonderen Reiz. Und die kreisägen-kreischenden Motorräder sind auch in den Garagen verschwunden!
    Übrigens: Den schönen Stahlrahmen kannst Du wunderbar mit Sprühwachs schützen. Aufsprühen, trocknen lassen, blank reiben. Das hält einige Schnee- und Salzfahrten durch. Mein Colnago sieht nach vielen Wintern immer noch blendend aus.
    Sauerstoffreiche Grüße
    Dietmar

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