181214 Der Preis des Silbers

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Gestern führte ich ein erhellendes Gespräch. Es ging um Silberlot. Silberlot ist ein Klebstoff für Stahlrohre, die damit durch meisterliches Geschick zu leichten, sehr festen und dauerhaften (50 jahre? 100?) Fahrradrahmen verbunden werden. Ausschließlich mit Silber durfte beispielsweise  das legendäre 753 – Rohr von Reynolds gelötet werden, und auch nur dann, wenn der Hersteller TI-Reynolds dem Löter die entsprechende Lizenz erteilt hatte.

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Der Grund dafür ist die Verarbeitungstemperatur: Silber fließt schon bei 600 Grad, ein niedriger Wert, und je weniger der verarbeitete Stahl erwärmt werden muß, desto weniger leidet später seine Zugfestigkeit: d.h. der verwendete Stahl behält bei niedrigen Löttemperaturen seine physikalischen Eigenschaften.

Kempers erste Vermutung war richtig: auch Günter Krautscheid arbeitete mit Silberlot. Nur hatte er ausgerechnet bei meinem Rahmen, nunja, etwas damit gegeizt. Sollte es besonders leicht werden? Oder war Silber Anfanggs der 1980er ein sehr teures Material? Sollte es schnell gehen?  Man weiß es nicht so genau, sicher ist nur, daß ein zu sparsamer Auftrag des Silbers zum Bruch an der Tretlagermuffe geführt hat.Exif_JPEG_PICTURE

Und das hat Michael Kemper jetzt mit Nickellot wieder gerichtet. Ja, der Rahmen muß dafür stärker erhitzt werden, aber es ist Columbus SL, ein CroMo Rohr, aber Kemper lötet CroMo nun seit 27 Jahren: er weiß was er tut, und das Nickellot hat eine  sehr hohe Zugfestigkeit. Genau richtig für mich.

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Ein Glücksfall für mich und das Krautscheid. Ein zweiter Glücksfall folgt aber, wenn es gelingt, die Gabel des Koga-Miyata zu richten…… nur ist das  eine andere Geschichte.

 

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2 Antworten zu 181214 Der Preis des Silbers

  1. randonneurdidier schreibt:

    herrlich! wenn gute Handwerker mit viel Geschick, Erfahrung und Motivation arbeiten! Auf das wieder auferstandene Krautscheid. Better than ever before!

  2. crispsanders schreibt:

    die Beschreibungen von michael Kemper lassen keinen Zweifel – das Krautscheid wurde Opfer einer etwas laxen Verarbeitung. Wenn das der Rickert gewußt hätte . . . Umso glücklicher, daß sich der Hobel nicht unter mir zusammengefaltet hat. Bilder von Kemper folgen.
    Heute halte ich solche Fehler in der Handfertigung für wenig denkbar: die Konkurrenz zu anderen materialien ist so, daß die Haltbarkeit und Sorgfalt der Konstruktion zu den hauptargumenten gehören sich ein Rad löten/schweißen zu lassen.

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