Apple of my eye (eine trainingsrunde)

Jetzt da es schon lange dunkel ist, wo der Wind um Haus braust, kleine Wasserperlen auf den Fensterscheiben der Westseite stehen und ich von weitem die Tannen rauschen höre, freue ich mich doppelt über die Runde von heute morgen. Nicht wirklich feucht, nicht besonders stürmisch und mit einem sehr guten Gefühl in den Beinen zurückgekommen, das immer noch  anhält.

http://www.bikemap.net/de/route/2894253-taglich-brot-variante-heilberscheid/

Wie man trainiert und was man machen müsste, um besser zu trainieren ist eine Frage, die alle Sportler umtreibt. Heute habe ich eine kleine Antwort gefunden. da mein Rad halb Rennpferd halb Nutztier ist, kann ich nicht beliebig Strecken variieren oder bestimmte Regeln eines Trainingsplans strikt befolgen.

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Ich folge dem Wetter, den Besorgungen, die ich zu erledigen habe gehe nach dem Gefühl, mit dem ich aufgestanden bin. Heute habe ich eine Stunde Schlaf als Vorsprung, dennoch zwinge ich mich im ersten Anstieg zum ruhigen, sehr mäßigen Tritt. das einzige Geräusch ist das mächtige Brummen des Muldenkippers aus dem Steinbruch.

Im flachen bleibe ich auf dem kleinen Blatt, ich zwinge mich dazu, nicht schnell zu fahren, selbst wenn es jetzt schon ginge. Die ersten zehn minuten kleines Blatt, nur locker treten, leicht dehnen, wenn es kurz rollt.

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Dann ab und zu aufs große Blatt , aber nur um es ganz sanft , gleichmäßig zu treten, ohne Kraft, die Kette unter steter Spannung. Heilberscheid, ca 12 km, die Abfahrt . Nie im größten, nie mit maximal Tempo, sanft durch die Kurven. Gelbachtal: Flachstück – jetzt in zügigem Trab, ohne Druck.

 

Die Variante: heute zurück und wieder nach Heilberschied hinauf, mittelschwer für hiesige Verhältnisse. 2,5km – Gang 4 dann 3, gleichmäßig klettern, dann Wiegetritt und Sitz abwechseln. Der Schluß ist zu sehen,  die letzten 300m sind steiler, aber ich schalte nicht herunter sondern atme tief und gleichmäßig, solange es geht und bleibe im vorgegebenen Rhythmus

In der Tiefenatmung spüre ich, wie es in meiner Lunge zieht und sich das Zwerchfell dehnt. Es dehnt sich immer weiter, ich spüre die Lunge in der sich die letzten Kapillaren öffnen. Mit voller Kraft über die Kuppe leichter schalten und dann wieder ganz tief durchatmen.

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Die nächsten 5 Minuten locker fahren, eine kleine Pause bei den Äpfeln  machen. Es geht jetzt über Nentershausen leicht wellig weiter und dann die 4km nach Diez hinunter. Die Abfahrt ist nicht sehr steil, sie hat auch Stücke mit nur 2-3%. Ich fahre mit 52×15 und zwinge mich, ohne Unterlaß zu treten, als hätte ich ein starres Ritzel. Je höher die Schlagzahl, desto stärker kurble ich auf den Fußspitzen und ziehe die Knie beim Fahren hoch. Sie nennen es den runden Tritt. Die Abfahrt dauert bestimmt an die 10 Minuten und als ich in Diez einfahre ist es, als würden sich die Beine von selber drehen….

Jetzt, also nach über einer Stunde fahrt, fühle ich mich richtig locker und „veloce“. Diese Bewegung, dieser runde Tritt auf Zehenspitzen ist etwas, das der Körper offenbar vergißt (meine alten Beine jedenfalls) und dabei  fühlt es sich so viel ökonomischer an. Der Tritt läuft , die Lunge arbeitet mit 10% mehr alles ist schön durchblutet. So kann es (immer) weitergehen.

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Gegen Ende der Runde dann das kleine Zeitfahren – eine Viertelstunde mit (sub)maximalem Einsatz. Vielleicht sollte man vor jedem Training eine sehr pünktliche Verabredung treffen.

Ob es eine optimale Methode ist? Keine Ahnung. Ich versuche das Beste aus meiner Zeit zu machen und richte mich ganz nach den Signalen die der Körper mir gibt. Die Lektion des Tages war: Geduld beim Einrollen, den Tritt pflegen und die Lunge langsam auf maximale Leistung bringen, alles ander folgt.

 

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Eine Antwort zu Apple of my eye (eine trainingsrunde)

  1. randonneurdidier schreibt:

    die optimale Trainingsmethode ist immer die, die am besten wirkt. Nur wer weiß, wie man es hätte besser machen können… Deine „Lektion des Tages“ scheint gut geeignet zu sein, Dein Training wirksam und trotzdem genussvoll zu gestalten. Und am Ende der Runde immer mal „raus aus der Komfortzone“. Hier ein paar Tipps, die ich für solide halte: http://iq-athletik.de/trainingstipps/iq-athletik-kostenlose-trainingstipps-herunterladen-krafttraining-radsport-triathlon-laufen.html#ausdauersport

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