März der 30te – es beginnt genauso wie es sollte

Ab heute geschieht alles eine Stunde später. Kühe, also unsere Milcherzeuger, sollen 14 Tage brauchen, bis sie sich anpassen. Ich stehe einfach eine Stunde später auf und schaue auf einen grauen Himmel hinter windschiefen Bäumen.

mein SNEL ist bereit, allerdings habe ich keine

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Gelegenheit, auch nur das mindeste damit zu transportieren, der Ersatzschlauch klemmt nackt unterm Sattel. Also ab nach Bayonne (75km), wo der nächate Sport- Supermarkt mit seinem Angebot an Taschen, Täschchen,Trinkflaschen und sonstigem wartet.

Die Straße nach Bayonne ist (beinahe) flach und bietet dennoch mit ca 5 Beaufort genug hinhaltenden Widerstand. Die Überhöhung vom SNEL ist ja nicht enorm, und die Etappe am Unterlenker erinnerte mich an Fahrten durch die norddeutsche Tiefebene, nur daß es hier nicht wirklich regnete und der Umwelt neue, schöne Düfte entströmen. Vor den alten Häusern stehen Palmen. Oft schauen Agaven aus der Einfahrt und die Mimose grüßt hin und wieder mit ihren geballten Blütenständen.

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Mittagsruhe. Wenig Lastverkehr auf der alten Landstraße, die schnurgerade Richtung Westen läuft und noch schöne Reste vom alten Platanenbestand hat, der so typisch für die Zeit ohne klimatisierte Fahrgastzellen war.

Hinter Peyerhorade, was ungefähr „durchbohrter Stein“ in Landessprache bedeutet, folge ich dem Gave d’Oloron, der sich bald mit dem Gave de Pau vereint und dem Meer entgegenströmt. Viel sehe ich nicht, denn der Wind zwingt den Kopf hinunter.  Großes Blatt geht noch, aber so gerade

Bayonne naht, die Vorstadt der französischen Hauptstadt des Kakaos und der Schokolade beweist, daß bei der die  Gestaltung von Gewerbegebieten in Europa auch ohne Gesetz sehr ähnliche Ergebnisse entstehen. Dann aber das alte Bayonne…

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In einem Coffeeshop (der keiner ist) genieße ich einen großen, wärmenden Kakao, der mich allmählich innerlich aufwärmt. Einen spanische Familie sitzt in der Ecke. Es sollen die Spanier sein, insbesondere die zu zeiten der Inquisition vertriebenen Juden, die, in Bayonne willkommen, dort das Geheimnis des Kakaos nach Frankreich brachten und aus Bayonne eine wohlhabende Hafenstadt machten.

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Was man daran sieht, daß der wichtigste Rugbyclub der Stadt  aus einem fashionablen Ruderclub hervorging: l’Aviron Bayonnais. Die fashionable Sportartikelmarke le coq sportif gegenüber bietet nur noch einen Bruchteil der begehrenswerten Waren an – gelbe Trikots beispielsweise! –  von deren Ruhm sie gerne zehrt

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im Nebenziel decathlon dann die ganze Wahrheit über das Wetter bis Ostern. OK, was den Surfern recht ist, ist mir billlig.

bay8 Ich decke mich mit den (für meine Touren) notwendigen Sachen ein, und warte vor einem palmenumstandenen McDonalds direkt hinter einem auffälligen „rond point“ auf meine supporters . .  .

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Eine Antwort zu März der 30te – es beginnt genauso wie es sollte

  1. alex schreibt:

    Der Bericht löst mal wieder Sehnsucht aus. Der „ich-will-raus-Effekt“ ist fast unerträglich…

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