Die Tage danach

Nach dem Brevet ist vor dem Brevet. Mentale Bewältigung ist das eine,  das wichtigste für den Körper ist aber der Schlaf. Weil ich diesen nicht an einem Stück nachholen kann, Kinder haben einen starken Rhythmus, verteile ich ihn. Neun Stunden am Stück als erstes, dann auch am nächsten 2h mehr als gewohnt und einen guten Mittagsschlaf dazu: nach drei Tagen ist die Bilanz ausgeglichen, die Schmerzen verschwinden allmählich.

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Dem Rad gebe ich einen vollen Tag Pause, dann mache ich im kleinen Gang 39×21 auf einem anderen Sattel meine Einkaufsrunde und stelle fest, wo es noch zwickt. Die Sorge gilt dem Krautscheid und seinem Innenlager – wenn es die Welle beschädigt hat, muß ich Ersatz finden. Ich schrieb darüber. Der Radmeister aber beruhigt mich, nur für die Campagnolo- Kurbelschrauben (15!)  hat er keinen Abzieher bereitliegen.

neu 400 bneu 400 c

Damit wird auch die Ursache für den Defekt deutlich: der andere Laden, bei dem ich es (vom Ersatzmechaniker) zusammensetzen ließ, hatte diese Nuß wohl auch nicht und vielleicht anderes Werkzeug ebensowenig, was bedeutet, daß man mit einem traditionellen Vierkantlager gut achtgeben sollte, ob die Werkstatt auch auf der Höhe ist . Die gute Nachricht bleibt: das edco competition Innenlager hält einiges aus und die Campagnolo 3fach auch. Empfehlung.

Für meine Muskulatur wurde ich in einer Zeitschrift fündig, die sonst eher triviale Nebenprodukte vermittelt – Rennrad. Die dargestellten Yoga-Übungen sind wirkliche Hilfen, nicht nur für überlastete Muskeln sondern auch für die Folgen der künstlichen Dauerhaltung, die das Fahrrad verlangt.

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Als wichtig habe ich vor allem die sehr allmähliche Steigerung der Dehnung empfunden, mit der die betroffenen Körperpartien „de-blocked“ werden. Funktioniert und macht zufrieden.

Yoga hat im Radsport eine sehr lange Tradition, Rudi Altig machte vor  Rennen gerne einmal mehrminütige Kopfstände als mentale Vorbereitung und auch in der Mutter der Radsportbücher, dem „Konopka“,  stellt der Autor doppelseitig nützliche Haltungen vor.

Ein, zwei tage zögere ich noch mit dem nächsten Brevet, ein 300 im Weserbergland oder in Ostwestfalen böten sich an, aber schließlich folge ich dem Vorschlag von Roy, gemeinsam nach Treuchtlingen zu fahren, um dort den 400er zu bestreiten, Nachmeldung sei dort möglich. Treuchtlingen/Osterdorf – das ist eine Herausforderung an sich, für mich aber auch eine Revanche. ost3

Roy legt bei Karl Weimann ein gutes Wort ein (er fährt „ganz osterdorf“), muß aber doch absagen, nachdem es mit meiner Meldung klappt hat . Schade aber: irgendwann muß man erwachsen werden.

Am 30.April, um 15h lege ich vom Heimathafen ab.

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4 Antworten zu Die Tage danach

  1. tinotoni67 schreibt:

    Man, man, man hab gerade mein ersten 400er hinter mir und du schreibst es kommt die Lust auf mehr! Nach einem Tag Radpause klappt das Aufsteigen jedenfalls noch. Mal sehen ob sich die Lust auf Langstrecke bei mir auch wieder einstellt! 😉

  2. crispsanders schreibt:

    Erstmal Gratulation!
    Ich glaube, neben den muskulären Bedingungen (nicht die Kraft allein) und der Königsfrage „wie hältst Du es mit Deiner Sitzposition?“(reine Empirie) ist es eine Sache der mentalen Voraus-setzung, womit ich meine, daß wir die Belastung innerlich akzeptieren … dann erträgt der Körper sie einfach besser.

  3. alex schreibt:

    …der menschliche Körper ist ein Gewohnheitstier. Geht es ihm dauerhaft schlecht, merkt er es irgendwann nicht mehr. Das könnte man dann auch als positive Einstellung abtun. Gut wer mag…

  4. crispsanders schreibt:

    Nun, ganz so habe ich das sicherlich nicht gemeint : es geht eher darum, mit einer begrenzten Einschränkung umzugehen, ein gewisser Schmerz, Müdigkeit, Unwohlsein . . . wenn es gelingt, solch einer Störung sozusagen den Platz zuzuweisen und sie nicht den gesamten mentalen Raum einnehmen zu lassen, dann ist zur Überwindung die Hälfte getan. Es geht schließlich nicht um ernsthafte Erkrankungen, deren Symptome ignoriert werden sollen, nur um die kleinen Widrigkeiten des (Sattel)Alltags.

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