Der große Praxistest – mit Peugeot PY 10 auf die Hohe 8

300615 der große Praxistest – mit Peugeot PY 10 auf die Hohe 8

Wann, wenn nicht jetzt? Das frisch zum Wochenende eingetroffene Hoch ist stabil, Köln eine Stadt, die man mit der Autobahn am Sonntagmorgen gut erreichen kann. Endlich darf das Rad mit den goldenen Bremsen ran.

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Das PY10 wurde ab 1975 von Peugeot in eigens errichteten Ateliers gebaut, in der Hoffnung eine Waffe zu schmieden, mit der Eddy Merckx endlich geschlagen werden konnte. . . Nicht nur dieser Traum ging in Erfüllung (1975), auch 1977 war es Thevenets Rad, das die TI Raleigh Armada samt DIDI bei der Tour de France in die Schranken wies. Das PY 10 hat seinen Platz im Museum verdient. Ein fixstern in meinem Rad-Firmament.

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Mein Rad dagegen hat wahrscheinlich nie irgendetwas gewonnen . Es kam irgendwann im Sommer 1976 in den Laden von Radsport Stromann in Bonn lebte  dann fast 40 jahre in dieser Stadt und  wurde im letzen Juli aus dem Vorruhestand erlöst. Viele Kilometer kann es nicht gesehen haben, die originalBeläge waren noch drauf. Die kleinen Touren bisher waren Funktionstests, Einstellungssachen und Lenkervariationen…..es markiert den Übergang zu 6 ritzeln mit einem Hinterbau von 126mm – ist also uneingeschränkt zukunftstauglich.

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Rodenkirchen am Südrand der Domstadt ist ein idealer Ausgangspunkt für Eifeltouren. Bis zum kleinen Grat der Ville erlaubt das breite Rheintal ein lockeres Einrollen.

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Ich genieße das wundervolle Licht und freue mich über die kühle Windstille in Begleitung eines weiteren Klassikers – ein Zufallstreffen.

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nur im besonderen Licht vor 7Uhr offenbart sich die bizarre Schönheit der Wesselinger Raffinerien.

Wenig später rauscht der erste Zug vorbei, angeführt von einem schwer wuchtenden Mann in grünweißem Trikot. Vier oder fünf Fahrer folgen bei 35kmh, schön in einer Reihe, niemand übernimmt die Führung. Als ich auf gleiche Höhe ziehe und vorrolle, warte ich darauf, daß der Abgelöste reagiert. Ich muss nicht warten, gleich vor der nächsten Brücke tritt er mächtig an, um seine alte Position wieder zu behaupten.

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Ich lasse sie ziehen und genieße das sanfte Schnurren meiner goldenen Simplex Schaltung auf dem kleinen 40er Blatt. Die kleinen Dörfer der Ville nahen, die ersten Anstiege. Im Gefolge eines fröhlichen Dortmunder Vereins erreiche ich die Anhöhe,

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die einen großen Blick auf die Rheinebene freigibt. Weit hinten der weiße Rauch der Raffinerien, weit vorn die ersten Umrisse der Eifel. Schon ist die erste Kontrolle passiert und der Weg führt durch die üppigen Getreidefelder nach Rheinbach.

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In Rheinbach will ich kurz frühstücken, denn einer meiner Brüder hat sein Haus gleichsam an die Strecke gesetzt. Ich genehmige mir ein Viertelestündchen und fühle mich erheblich besser auf dem Weg nach Todenfeld, einem wirklich sanften, stetigen und schattigen Anstieg, der auf das Kommende vorbereitet.

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Die Höhenzüge der Eifel zeichnen sich in der Ferne klar ab, Masten ragen aus den dunkelblauen Waldmassen heraus. Nur ganz kleine weiße flocken stehen am Himmel. Dort hinten eine Ruine . . . .

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Es ist der Beginn der Sommerferien und die Eifel hat sich herausgeputzt. Ich bin bereit, das Peugeot rollt sanft und angenehm, der Lenker gestattet eine unbeschwerte Position, die Bremsen fassen sich gut, auch im Wiegetritt und der glücklose 4seasons Laufradsatz von Mayen (Selbstzitat) läuft komfortabel. Soweit, mit original Schlauchreifen zu fahren, gehe ich für eine Strecke von 200km nun doch nicht: es gibt keinen Materialwagen.

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Immer wieder neue Fahrer, mal werde ich überholt – huch – dieses  Trikot trug vor zwei Wochen die flotte Nummer 95 – mal erreiche ich einen Mitfahrer und das tempo wird, je nach Temperament, erhöht oder beibehalten.

Da! Ein Trikot, das mich interessiert. Ein Finisher trikot von 2003, ein Paris-Brest Trikot. Vor allem reden wir über den Schlaf, die richtige Strategie für Pausen, über das Wetter, daß uns erwartet. …eife4Wie ich sammelt der finisher hier Kilometer. Einen 600er nach Bastogne will er vor dem König der Brevets noch fahren.

Ich winke ihm zu und stürze mich in die Abfahrt ins Ahrtal, ein schmaler, welliger Weg. Das PY liegt nicht ganz so satt auf der Straße wie ein „großer Rahmen“, das Steuerrohr ist auch steiler, aber nicht beunruhigend. Die Mafac „competition“ bremsen setzen sehr weich ein, bremsen aber stetig und gut. Das quietschen ist zu vernachlässigen – es zeigt mir an, wie stark die Bremse gerade arbeitet. Die Bäume im Tal sind voller Licht. Ford hat zwei Werkskundschafter auf dem Rade hergeschickt.

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Eine kleine Brücke führt über den Bach (der die Ahr ist)  hinüber nach Fuchshofen. Wie so häufig geht es gerade und steil aus dem Dorf hinaus: Gang 1, das sind heute 40×26, werden mühelos! aufgelegt und bleiben auch im Wiegetritt drauf. Dann kommen Serpentinen und ich kann hochschlatn. Die lockere Fahrt hat mir gut getan denn locker kurble ich den Hang hinauf, hier und da mit Geißblattduft. An den Kehren gehe ich aus dem Sattel. Als könne es endlos so weitergehen.

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Aus dem Wald hinaus. Endlich! Zwei Zuschauer in campingstühlen: ich juble und sie klatschen. Der Weg ist beinahe flach und führt durch Felder; nur ist der Anstieg längst nicht beendet: da hast du dich zu früh gefreut, Jungspund.

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Also hinten wieder auf 23. Ein langer Feldweg, halb im Freien, halb von hecken gesäumtt führt allmählich hinauf nach Reifferscheid – belohnt durch eine fabelhafte (man kann es ruhig sagen) Aussicht ins nächste Tal und die umliegenden Höhen.  Reifferscheid ist eifelhistorisch ein bedeutender ort, der durchtriebene, kluge und rücksichtslose Johann des Namens  brachte es im 15 Jhdt. zu nationalenen Erfolgen.

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Der Hof der Grundschule empfängt mich, auf ihm Gruppen hungriger Radfahrer. Neimand wird enttäuscht: Herrliches Vollkornbrot, wahlweise mit Nutella, Pflaumenmus und Schmalz. Wassermelonen erster Qualität, Wasser, Bananen, Apfelstücke und : Nudelsuppe. Mahlzeit!

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Und da ist auf einmal Jonathan und mit ihm eine ganze Gruppe Kölner Athleten. Aber davon später, denn ich habe gerade meine Startunterlagen für Paris-Brest-Paris erhalten. . . . .

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