260915 Paris Brest Paris – die Spätlese

260915 Paris Brest Paris – die Spätlese

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Schon Oktober?! Die neue tour (das Radsportmagazin) habe ich mir geleistet, denn Dario Pegoretti und ParisBrestParis in einem Heft konnte ich nicht widerstehen. Dario Pegoretti ist ja nun kein Unbekannter unter den Rahmenbauern und nicht jemand, der erst seit gestern in Stahl macht.

(Selbst sehr kritische Betrachtungen seines Love #3 durch Jan Heine werden dem Rang dieses Mannes nichts anhaben können. Wenn jemand alles probiert und gesehen hat, was in den letzten 30 jahren an Rahmenverarbeitung möglich ist, dann er). Das Portraitfoto, das Olivier Soulas von ihm gemacht hat gehört an die Wand. (wie auch die übrigen aus rouleur #49 oder fahrstil#blut): exit Dario)

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Aber es gint um Paris Brest und da ist Erntedankzeit. Wer Spiegel Online las, ahnte, daß PBP in diesem Sommer journalistisch „heiß“ war. ich ahnte nichts, habe mich dann sehr über den  halbstündigen Bericht in HD vom NDR gefreut, die tour schickt Redakteur samt Photographen auf die Walz und ich genieße jetz die Auswahl, die mir präsentiert wird. Sie ergänzt nochmals die 1 Million Bilder in meinem Kopf, die Paris -Brest 2015 hinterlassen hat.

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Womit ich gleich mit der Kritik beginnen darf. Natürlich ist etwas, desen teil man war und das man am eigenen Körper erlebt immer verschieden von der Aussensicht der Beobachter. Natürlich ist rein faktisch eine Distanz von 1200km per Rad eine Strecke, die einem hochverehrten Publikum vermittelt werden muß, daß eine solche Zahl irgendwie für übergeschnappt hält.

Eigentlich hielt ich mich selbst nicht im geringsten für den Statisten einer freakshow , aber vielleicht ist dies der Aspekt, der den einfachsten Zugang zur Sache vermittelt. Und ganz ehrlich: als ich das erste Elliptigo aus dem Nebel auftauchen sah, dachte ich : was machen diese Tretroller hier? Na klar, ohne Sattel tuts weniger weh . Das hätten die Knaben vom NDR auch mal sehen sollen……

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Ich konnte sie bald bei der Arbeit beobachten: der schwarze VW Bus mit Dürener Kennzeichnen, das Dreier Team aus Fahrer, Redakteur und Kameramann, junge Männer, die einen Bericht aus Paris bringen dürfen: das ist schon eine reizvolle Sache. Sie überholten uns nach 50km, nachdem ich den Kontakt zur Spitzengruppe hatte reißen lassen und mich mit der deutschsprachigen Fahrerin des Singer Teams unterhielt.

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Ich hätte mir mehr Alex Singer gewünscht, wenn man schon Sina Witte, die Werkstatt und das Team besucht – mehr closeups von Rahmen in Bewegung so wie hier. Als ich die Berichterstatter in Fougères (km 300) stark ermüdet sah, war mir klar, daß die Vorbereitung Kraft gekostet hatte – einen Sonnenuntergang als footage : hmmnunja. insgesamt waren 3 Mitfahrer erwählt Außer der Dame von Singer waren das: 1„Novizen“ aus Gruppe A (also seinen 1000er schon 2014 absolviert ?) und einen kernigen Oldie, Herrn Czycholl, als testimonials – oder wie man das nennt. Damit war das Panorama der Freaks abgesteckt.

Die zugedachten Rollen und Aussagen werden dann selektiv zu den schon vorbereiteten Abfolgen des Stücks rausgehorcht . Czycholl ist dann der erfahrene Oldrunner, der noch einmal die Herausforderung sucht, Sina Witte möchte eine gute Zeit fahren usw usw. Fertig ist das kleine Fernsehstück.

http://www.ardmediathek.de/tv/Sport…en/Video?documentId=30555636&bcastId=12772238

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/sportclub/Das-aelteste-Radrennen-der-Welt,sendung418306.html

Wer mehr als nur ein ein kurzes special-human-interest sehen möchte für den gibt es Hoffnung . Die Fernsehdokumentation ist nur der Appetithappen: ab Dezember wird es einen ganzen Film geben. Infos bei „Brevet“ http://curlypictures.com/brevet/ Mal sehen.

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Den kernigen Czycholl entdecke ich dann auch in der tour in Begleitung der beiden „dienstältesten“ Deutschen. Mir hat gefallen, was die Zeitschrift auf wenigen Seiten vom riesigen Spektrum an Radsportlern bei dieser Veranstaltung vermittelte; Genau diese Buntheit zeichnet ParisBrest vor allem aus. Die Altersspanne, die verschiedenen Räder  aber vor allem die bunten Trikots aus aller Welt, neben denen man rollt oder um ein Stück Kuchen ansteht. Vielleicht sind wir Freaks, aber wir sind nicht wenige und es gibt uns überall.

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Nein, es ist kein Milchkaffee.

Auch zu PBP 2011 gab es einen Bericht in der Tour. Er drehte sich ganz um das Team Heinemann, einem bekanntenTeam aus dem Amateurrennsport das mit Masseur, Physiologen und Nutritionsexperten angereist war: Rundumversorgung für eine ganze Mannschaft, die geschlossen ins Ziel kommen sollte. Reporter berichteten aus dem Troß , embedded . Nicht so laut erwähnt wurde darin, was mir ein gut trainierter Mitfahrer verriet: dieses Team, welches im German Cycling Cup 40er Schnitte fährt, hatte gegen Spezialisten der Langstrecke keinen so dollen Stand –  Einzelkämpfer fuhren vorweg. Aber 2011 ist kalter Kaffee und Heinemann kam als Mannschaft nicht wieder – eigentlich bedauerlich .

Es würde ein Buch füllen, allein die 1001 Möglichkeiten zu beschreiben, Paris Brest zu bewältigen. Es kommen so unterschiedliche Menschen zusammen, es gibt so viele Zufälle.

Das älteste Langstreckenrennen (das für die meisten Teilnehmer kein Rennen ist) der Welt ist eher ein Gesamtkunstwerk, weitaus bigger than life. Wir würden mehr als nur ein Rad sehen, wir würden unglaubliches erfahren über Brest und den Weg dorthin –und alle verdienen unsere Sympathie.

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Wir sind alle nur kleine Pilger, unterwegs zu einem unbekannten Ziel

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7 Antworten zu 260915 Paris Brest Paris – die Spätlese

  1. alex schreibt:

    …schon mal ein Like für den Filmbeitrag. Leider schauen ich ihn mir gerade erstmal an, bin also im Text noch nicht weiter. Kommt dann später.

  2. alex schreibt:

    Merci ! tre bien !

  3. Pingback: Merci ! tre bien ! | Tausendkilometer

  4. randonneurdidier schreibt:

    Hallo Christoph, du Namensverbieger. Der Oldie aus Hamburg ist „Claus Czycholl“ , und nicht „Cichon!!!

  5. crispsanders schreibt:

    schreck!
    Wird sofort aktualisiert. Gut, daß Du helfen konntest..

  6. randonneurdidier schreibt:

    Claus wird sich freuen! Alles Gute und bis HH dann…

  7. crispsanders schreibt:

    ssshhhht – mangels Akkreditierung bin ich incognito unterwegs .Bis denne!

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