Baskische Pässe (France)

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Dort liegen sie vor uns. Die Hochhäuser links mitte sind die bescheidenen Plattenbauten von Mourenx Ville Nouvelle, der historischen Stadt der Tour 1969. In der Zeitrechnung des Radsports begann dort die Herrschaft von Eduard Baron Merckx .

Uns interessiert der Hintergrund. Ungefähr auf Höhe der Rauchfahnen der Gasfabriken von Lacq beginnen die baskischen Pyrenäen, genauer die Soule die sich nach rechts, über die Basse Navarre und den Labourd nach  Westen hin ungefähr 60km bis zum Atlantik hinziehen.

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Vom Anblick her sind sie weitaus unspektakulärer als die hohen Pyrenäen: den Größenunterschied kann man im ersten Bild erahnen.

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Wenn von den großen Tour Etappen die Rede ist, dann wird immer von hors catégorie und première catégorie usf. die Rede sein. Dann fallen die großen Namen: Aubisque, Tourmalet, Galibier. furchterregende Höhenprofile sind zu sehen, Anstiege von über 20km Länge.

Was man wissen sollte: die Anstiege der großen Pässe sind alle gleichmäßig und in Hinsicht auf den motorisierten Verkehr entworfen.  Diese Pässe mit den klingenden Namen ziehen sich endlos dahin, weil sie einem Zweck dienen: Waren von einem Tal ins andere zu schaffen.

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Die kleinen wilden Pässe des Baskenlandes sind anders, denn eigentlich sind sie Pfade für Viehübergänge oder Wanderungen. Sie waren nicht für den Lastentransport gedacht, sondern dienten Hirten Jägern und Bauern. Von den Schmugglern war schon die Rede. Und so überraschen diese geteerten Pfade den Radfahrer mit steilen Abschnitten, Rampen und mörderischen Geraden, die sich direkt den Berg hinaufziehen. Das Teerband ist schmal und rauh,und kein Ende in Sicht. Eine psychologische Herausforderung .

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Ein kleiner Paß wie der Col des Palombières( 623m) weist darum mehrfach über 12%ige Steigungen auf. Der folgende Ahusquy (1072m) schlägt gelich zweimal zu –  ihn zu Bezwingen fordert mehr vom Radsportler als der Soulor – wenn man nicht zwischendurch pausiert. Der Bagargui (oder Bagargi) bei km 80 ist von der Ostseite ähnlich: drei der eigenlich kurzen 9km Anstieg liegen im Schnitt bei 11%, was durchaus eine Spanne zwischen 9 und 15 bedeutet.

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Genug Radlerlatein. Die kleine Karte die ich oben verlinkt habe lädt zum demütigen Studium ein. Dies ist das Land:

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2 Antworten zu Baskische Pässe (France)

  1. randonneurdidier schreibt:

    Hallo Christoph, ich kann förmlich die Luft, den erdigen Duft der Pyrenäen riechen. Bald muss ich auch wieder dorthin. Danke für die plastischen Eindrücke.

  2. crispsanders schreibt:

    Freut mich. Was ich vergaß: der junge Spund welcher die ambitionierten Rundfahrten beschrieb, verwendet 34×28. Halte ich für eine Mindestangabe. Will man wirklich die härtesten Nüsse knacken, kommt man um eine Dreifachgarnitur nicht herum. Vergaß ich zu erwähnen. Grüße ins Berliner Umland mit seinen sehr geerdeten Bäckern.

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