Geister, die ich rief

Wie immer durch die Felder, morgendlich, hauchweise feucht – aber im Himmel blaue Fetzen. Horizontlinie: schwaches Drehen der Rotoren, die weißen Positionslampen blinken LEDig. Aus dem Wald, nach der schmalen Brücke. Ein Vorfahrer in 300. Vorn ein blinkendes Schutzblech?  – kann doch nicht sein. Chrom? Unidentified Cycle….ahead.

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Altes Rad& Schwerer Tritt: aber wie der Blick auf die Ritzel zeigt, geht es nunmal nicht leichter . Lackierung bizarr handmade? Gewiß. Emailliert und mit Klarlack versiegelt. Und vorn die verräterisch blitzende Tropfenlampe.

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Ein Herrensportrad 1952. 3gang Torpedokettenschaltung mit Rücktrittbremse. Fast alles original, gefederter Wittkopp Ledersattel. Die Kette schleift  sanft am Alublech. Sein Name?

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Stricker. Nie gehört, aber bin jetzt alt genug , das zu genießen. Dem stolzen Reiter brunox empfehlen –  und neue Mäntel, dann kann es über 100 werden.  Leicht geht es dahin. . .

Bei Paris Brest Paris gab es 2015 so einen Engländer, der auf einer ähnlichen , noch älteren 3Gang Maschine unterwegs war –  denken Sie mal darüber nach.

 

 

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3 Antworten zu Geister, die ich rief

  1. mark793 schreibt:

    Das schwarze Opa-Rad, das ich in den frühen 90ern fuhr (bevor mir das Raleigh Criterium in die Hände fiel), war auch ein Stricker, wenngleich ein Nachkriegsmodell. Sehr solide und sehr schwer, aber mit einem Gang im Stadtverkehr gut zu bewegen. Habe es an einen Freund verliehen, der als Fahrradmörder einen Ruf weg hatte. Dachte, das Stricker würde er so schnell nicht kleinkriegen, aber irgendwie hat er es doch geschafft.

    Ohne es jetzt nochmal nachzuschlagen würde ich sagen, Stricker ist Teil der traditionsreichen Bielefelder Fahrradindustrie gewesen.

  2. crispsanders schreibt:

    Nachkrieg ist dies ja auch, vielleicht aus BI , ich weiß es nicht so genau. Die Machart hat mir gefallen und wie das Ding rollte . für sehr viele Städte in D wäre das ein hinreichendes Gefährt. Du kennst Fahrradmörder? Interessant

    • mark793 schreibt:

      Streng genommen fehlte es an Vorsatz und Heimtücke, aber mein früherer Freund M. hatte das Talent, über kurz oder lang jedes Rad kleinzukriegen, das war echt ein Phänomen, zumal der M. von Statur eher klein und zierlich war (und vermutlich immer noch ist, ich hab ihn vom Radarschirm verloren, als ich aus MA wegzog).

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