Special special special Interest

Zeitschriften mag ich. Bei jeder kleinen Pause an den viele Tankstellen meines Radlerlebens nehme ich gern ein buntes Magazin zur Hand, während der Cappucino meine Hände wärmt oder 1 Espresso meine Seele stärkt.

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Dieses Magazin schließt eine Lücke. Bei Autos gibt es ein halbes dutzend Titel allein über historische Fahrzeuge, bei den Traktoren sieht es ähnlich aus. Allein  für den Radsport treten sich drei Magazine auf die Füße, um Kunden neue Kaufbefehle zu geben. Special special interest müßte man die Nische nennen, aber es geht besser.

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Und das wäre dann special special special interest.

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Ein wenig unfair ist es allerdings schon, den Lesern diese Traumräder mit H-Kennzeichen vor die Nase zu halten, wo der Markt genannter Retrobörsen doch schon fast ein Jahrzehnt aktiv ist.  Etwas inkonsequent ist auch, zuerst 12 Einkaufsregeln zu geben  und im gleichen Zug vom Kauf des gezeigten Dürkopp Rennrades (neben dem replica-Molteni-Jersey) abzuraten. Das eigentlich Investitionswürdige wird abgewertet. Da scheint es noch an der Feinjustage zwischen Lifestyle-Objekt-Sportgerät und Sammelfetisch zu fehlen, will meinen: ganz so viel historisches Wissen zu alten Rennrädern (und ihrem Wert) scheint in der Redaktion nicht vorhanden zu sein.  Demgemäß läuft es dann eher

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wie bei den Radiosendern ab. Wobei es auch in den 60ern und lange davor Rennmaschinen gab, genau wie es schon 1936 sehr interessante Automobile gab. Das ist möglicherweise ist aber ein special zu viel. Ähnlich wie im Cycle Muttermagazin aus England ist das Rennrad hier nicht (historisches) Sportgerät sondern (vermutlich) nur Lifestyleprodukt, was man an der negativbewertung zu harter Sohlen bei den „Retro Rennradschuhen im Vergleich“ sieht. Nicht tragisch, auch wenn der modische Aspekt immer der kurzlebige ist.

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Positiv überrascht war ich deshalb von dem sehr gut illustrierten Teil zur Wartung von Lagern – nicht etwa, weil ich Bastler bin, sondern weil das zum Einstellen und optimieren alter Rennräder immer dazugehört, sollen die Dinger geschmeidig funktionieren und will man auf der Straße seinen Spaß daran haben.

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Der coffeetable-Nutzen des Hefts kann dann immer noch bei einem handgebrühten Espresso unter Freunden genossen werden. Wenn dieses Magazin die Balance hält zwischen den Accessoires, die ich als einzigen echten Anzeigenmarkt sehe und dem „alten“ Rennrad, dann sind nur wirklich fachkundige Redakteure zu wünschen, die neben Rädern auch noch die Hintergründe des klassischen Rennsports vermitteln können-  denn der ist der eigentliche Anker des Produkts.

Viele Zeitzeugen leben noch und das, was allein ich an wenigen Sammlungen sehen durfte, gäbe für viele viele Ausgaben etwas her.  But I’m a freak.

 

 

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