Hexenturm 2 (chance 3000)

ca3Das Gemüse wartet in den Gärten auf Wasser.

Heißer als im Juli – Katzenelnbogen. Das Lieblingscafé (Commödche! ) ist noch geschlossen. An der Raiffeisen-Tankstelle Zwischenbilanz ziehen.  Die (plusminus) 120km waren auch ein Gewinn, weil sie den kleinen Rad-Kosmos rundum nochmal erweitern – nach vier Jahren wächst das Kleeblatt von Westerwald Lahn und Taunus.

ca5Kohlehydrate: das waren  Doppelsnickers, 1 Banane und kleiner Nußriegel unterwegs als Nachschub. An die zwei Liter getrunken, keinen Durst aufkommen lassen. Der Körper ist schmerzfrei, der Rücken nicht zu spüren und über 140 wird der Puls nicht gegangen sein. Alles ist also gut: das ist der Moment, an dem sich die Sorgen um den Marathon hoch in die blaue Luft auflösen.  Man fängt immer von vorn an auf dem Rad.

ca4Die Sonne ist am Scheitelpunkt, Luft dringt ebenso warm in den Körper, wie sie ihn wieder verläßt. Die Wiesen und Weiden sirren rundum, gelbe Felder überall. ockergelb, Goldgelb, Strohgelb, Siena-Gelb – (im Wiesbadener Naturkundemuseum eine Tafel, der natürlich gewonnennen gelben Pigmente). An eure Pinsel, Maler.

Die Route nach Osten überquert die Höhenzüge rund um die Aar, Dort warten Sauerbrunnen zum schnellen nachtanken.

b5Der romantische Teil ist vorbei, daß Ich ist ausgeflogen hat sich bereichert und geerntet. Jetzt kommen bekannte Strecken und nach der Improvisation die Berechnung, das Haushalten mit der Kraft  – im Finale steigt es wieder hart an.

a8Die Eisläden sind voll, eine Aral bringt notwendigen Nachschub an Zucker und Flüssigkeit: mein Lob dem karamalz, völlig unterschätzter „softdrink“. Das italienische Rad zieht mit dem Sternsingersegen weiter.

ca6Ich streife die letzte Kontrolle und winke, eine Dame mit Strohhut winkt zurück und lächelt  – allen ist heiß jetzt.

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Kurze Gesellschaft: ein Mitfahrer vom 400er brevet hat mich erkannt und wir lassen die Vergangenheit Revue passieren. Heute erprobt er ein 34×25  und zieht davon. Münster (Hessen); – die letzten Steigungen kommen. Jetzt sind die Beine schwer, die ersten Meter schmerzen – und dann geht es doch.  Vor der Auffahrt zur Tenne sehe ich große Weizenbiergläser auf einem Wirtshaustisch. Überwindung.

ca8Eine letzte giftige Kehre über Dombach, aber der Wald wartet schon und spendet noch einmal Schatten. Ein weinroter VW mobilisiert die Handvoll PS, die ihm bleiben und bullert vorbei.

ca9Dann in den goldenen Grund: wo es fruchtbar ist, gibt es weite Felder, die AfD hat keine Chance hienieden. ; und Sonne, vor allem Sonne: ich begieße mein Haupt und folge den Schattenpunkten der Alleebäume.

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Von fern grüßt der Feldberg, einen perfekten Sommertag im August hat er gesehen, wahrscheinlich auch mengenweise Radfahrer, Motorradfahrer, Cabriofahrer, SUVFahrer, Youngtimerfahrer, Oldtimerfahrer und ein paar versprengte Wanderer vom Taunusverein.

DSCF5282Wie oft gibt es am Ende eine kleine Überraschung: frische, warme Tomaten direkt vom Bauern, von der Hand in den Mund. Nach einem harten Ritt ein unbeschreibliches kulinarisches  Erlebnis, 10 auf der inoffiziellen Siebeck-Skala. In dieser Sekunde tauchte der Mitfahrer wieder auf – gps error – und mustert das heroische Rad vom Willi. Ein sehr gutes Rad darf ich da bewegen.

Danke

 

 

 

 

 

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