Struktur und Wandel

Die Gegend, in der ich lebe gehört gewiß zum ländlichen Raum. Zersiedelung hält sich in Grenzen, ein paar Neubaugebiete gehören halt dazu. Die einzigen großen Bodenversiegelungen sehe ich nur, wenn ich vom höchsten Punkt sehr weit in die Ferne bis zur Autobahn schauen kann.  Das übrige Land teilen sich Dörfer, Wiesen und Wälder.  Vorteile, die ich als Radfahrer hemmungslos nutze.  Frische Luft, ruhige Straßen und Nebenstraßen, Landschaften, Panoramen ringsum.

Soweit so ländlich. Aber es gibt Zeichen der Veränderung.

Dieses größere Dorf ( Name gelöscht)  liegt direkt an einer Bundesstraße – dem altehrwürdigen Handelsweg zwischen Frankfurt und Köln. Stabile Einwohnerzahl, schöne Lage – unversehrt.

Angefangen hat es nicht erst im letzen Jahr, aber da griff im Ortskern  die lautlose Implosion um sich.

Diese  Gastwirtschaft ist lange schon geschlossen, so ungefähr nach der Schlecker-Pleite  -falls noch jemand weiß, was das war.

Die Apotheke ist nur etwas weiter an den Rand gezogen.

Dann verschwanden andere, an die man sich kaum erinnert.

Den Bäcker haben die Backvollautomaten aus den ÜberMärkten erledigt; das, was sie dort Brötchen nennen, kostet schließlich nur ein paar cent . . .

Die Post war schon länger Zwischenmieter, jetzt sind nur noch Briefkasten da. Alles auf wenigen hundert Metern. Die 1A Lage.

Und die Kulturfolger sind schon gekommen. Es ist soweit alles ok, das Gewerbegebiet am Ortseingang ersetzt alles – mit über 300 Parkplätzen. Wohl also dem, der ein Auto hat, denn auch 500m können ganz schön weit sein. Aber vielleicht stellen sie das bald mit der Grundrente zur Verfügung? Sarkasmus beiseite, ich kann genau sehen, was dann kommt:

Sie schicken Frauen und Kinder mit alten Tüten los, weil das schon immer so war.

 

 

 

 

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2 Antworten zu Struktur und Wandel

  1. tinotoni67 schreibt:

    Was unsere Kinder wohl über die guten alten Zeiten schreiben werden? Ach ja ….!

  2. crispsanders schreibt:

    ich könnte viel Unangenehmes über die glorifizierten 60er, 70er und einen guten Teil der 80er schreiben. Die gute alte Infrastruktur aber sieht niemand gern verschwinden.

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