Erhellende Einsichten

Noch bin ich – wie sagen – leicht geflasht von der Überleistung der jungen Fiona Kolbinger. Meine zwergenhaften Bemühungen in einer kleinen Hügelkette kurz vor der spanischen Grenze treten einmal zurück. Ehre wem Ehre –

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Diese Reiseausrüstung hat jedenfalls in meinen Augen schon Devotionaliencharakter. Mehr braucht es auf zehn Tagen nicht. Seht ihr die grüne Flasche F100 Kettenöl? – , sie salbt auch meine Ketten. Seht ihr die kleine Tube Meridol zahnpasta? Mein Rossmann verkauft sie mir auch, usw. usw.

Natürlich ist ein weiblicher Sieg in einem Langstreckenrennen eine Nachricht wert , eine Premiere, eine schöne Überraschung. Aber wir konnten mental darauf gefaßt sein.

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200, das einzige magazin für Radtouren über 10 Stunden, hatte in der aktuellen Ausgabe 21 das Thema angerissen: die Kompatibilität, ja die Gleichheit der Geschlechter vor der langen Distanz. Es beschrieb die dazu Geschichte eines Damentrios, das die letzte Fleche Velocio mit 500km bewältigte. in 24 Stunden.

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Subtitel: Auf der langen Distanz scheinen sich die Leistungsunterschiede von Männern und Frauen auszugleichen, hinter persönlichen Qualitäten zurückzutreten, wie der Trainingsbereitschaft, oder der Fähigkeit zu leiden und auszuhalten. Oder halten wir nur unsere fenministischen Wünsche für Wahrheiten? Wir haben Trainern und Coachs die Frage gestellt und hintersinnige Antworten auf eine Frage bekommen, die manchmal keine Sinn hat.

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Und hier im genannten Artikel die Aussage von Frederic Hurlin, Spezialist für Ausdauersportarten:

„In einem Zeitfahren von 30km werden die Ergebnisse immer gleich ausfallen. Aber wenn wir Rennstrategie,  Taktik und die Einteilung der Kräfte einbeziehen, ist nicht ausgeschlossen, auf der Langstrecke eines Tages eine Frau an der Spitze zu finden. Meine Erfahrung als Trainer, der mehrheitlich mit Frauen arbeitet ist daß, je länger ein Rennen dauert, sich der Vorteil  eher zugunsten einer Frau verschiebt, denn sie wird auf der Langstrecke besser ihre Energiereserven nutzen. Frauen verbrennen Fett im allgemeinen leichter als Männer, die dagegen bessere Zuckerverwerter sind. Der Zuckervorrat, den ein Körper naturgemäß in Form von Glykogen speichert entspricht dem Energieverbrauch, den der Organismus auf einem Paß von 10 km benötigt. Das entspricht einer vollen Stunde Höchstleistung.  Hätten wir keine Fettspeicher im Körper, würden wir auf der Paßhöhe vom Rad fallen. Was auf eine Dauerleistung von 10 bis 15 Stunden pro Tag über mehrere Tage gerechnet doch störend wäre. Es gibt also nicht nur Parameter wie die Maximalkraft und Sauerstoffaufnahmekapazität. Radsport ist etwas anderes. In der Wirklichkeit der Anstrengung muß gerollt, geklettert, gegen Wind und Kälte angekämpft werden. Wir sind nicht mehr auf dem Gebiet der Höchstgeschwindigkeit. Bei Ultradistanzrennen könnte es also Überraschungen geben.“

Der Mann hat wohl schneller recht bekommen als er dachte.

Ich habe diese Passage aus 200 frei übersetzt, ohne mir die Zeit zu nehmen den Herausgeber Alain Puisieux um Erlaubnis zu bitten. Er trifft in wenigen Tagen hoffentlich als TCR Finisher in Brest ein….

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2 Antworten zu Erhellende Einsichten

  1. Twobeers schreibt:

    Ob die Packliste von Fiona vollständig ist? Ich erkenne 2 Brillen und 4 Schläuche. Aber keine zweite Garnitur Wäsche. Wie trocknet sie das gewaschene Sitzpolster so schnell ? Oder zieht sie die Wäsche nass wieder an?
    Ich gehe gerade meine Packliste für den Transalp durch….

  2. crispsanders schreibt:

    Vielleicht steckt noch etwas in den Taschen – oder verbirgt sich unter der Regenjacke? However, jeder jeck is anders. Einige TCRler hatten deutlich mehr Packvolumen dabei. Aber wie man an allen Bildern sieht, gehts auch mit ehr wenig gut.
    viel Glück und gut Wetter bei der Alpenüberquerung! Bitte mit Bildern

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