Logbuch Vendée Globe

Ich selbst bin kein Freund des großen Wassers, mehr als ein Tag auf einem Segelschiff würde mich kirre machen vor lauter Auswegslosigkeit. Aber das menschliche Abenteuer ist absolut faszinierend. Hier ein Auszug aus Libération, für die der Skipper Le Cam tagebuch führt . . . .  

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12 01 2021

Hallo an Alle.

Wo  sind wir gerade? Wir sind an Montevideo vorbei auf Höhe Brasiliens, morgen passieren wir  Rio de Janeiro. Ein fetter Brocken zeichnet sich vor uns ab.

Wir sind jetzt drei Wochen vor dem Ziel und die Situation könnte nicht interessanter sein. Es sollte unter Foilern zu einem heftigen Gekabbel kommen. Sie werden alles aufmischen, denn  im Finale, wir sind jetzt seit  zweieinhalb Monatne im  Rennen, hat der Neunte  einen Abstand von nur 120 Meilen (222km) auf den Ersten. Ich hoffe die Architekten werden ihre software für die Geschwindigkeitsvorhersagen noch einmal auffrischen.

Wir haben bis hier einen extrem schwierigen Vendee Globe erlebt ,da die Schiffe unter sehr schwerer See in der Südhälfte stark gelitten haben.

… Hier und heute bin ich in einer entspannten Periode , menschlich gab es Höhen und Tiefen, das ist immer gleich. Schatten und Licht, ganz sicher. Gut und Schlecht und soweiter. Die Kontraste sind wirklich gewaltig. Die Hitze und die Kälte. Vor zwei Wochen waren wir in der Kälte und jetzt in der Hitze, das Wasser hat 28 Grad.  Das alles geht sehr schnell, jeder Tag ist anders.

Wenn  man jetzt die Eindrücke zusammenzählt stimmt es, daß wir eine rasend schnelle Antlantikdurchquerung hinter uns haben. Der Süden mit Kevin Escoffiers Rettung war sehr aufreibend, es war ein menschlich recht schwieriger Moment, ich bin von der einfachen auf die doppelte Belastung gegangen, eine Woche lang, bis ich ihn wieder gewässert habe, wonach ich wieder allein war.  Danach kamen im Indischen und Pazifischen Ozean wirklich komplizierte Bedingungen zusammen, wobei ich das Cap Hoorn nicht gesehen habe. Man muß wissen , daß ich seit Sables d’Ollonne nicht mehr wirklich Land gesehen habe.  Nachts habe ich noch die Lichter von Tristan da cunha gesehen. Aufähnlihce Wieise habe ich abends bei Sonnenuntergang die kleine, sehr niedrige insel auf höhe des Äquators gesehen.

Heute, am Dienstagmorgen habe ich ein Containerschiff gesehen. Seit einem Fischereiboot im Indischen Ozean habe ich nicht ein einziges Schiff gekreuzt. Mit Aussicht auf die kommende Abkühlung mache ich heute eine Wäsche und  großes Klar Schiff; es ist ein wenig wie zu Hause,  wenn man alles putzt und aufräumt, hat man das Gefühl, voranzukommen.

Ich werde essen und alles zurecht machen, denn wir haben ungefähr zwei recht leichte Wochen vor uns bevor es in den Alizés zur Sache geht man muß organisiert sein und so habe ich Zeit, alles vorzubereiten. Ich habe ein kleines Problem mit meinem J2 Segel (Vordersegel), was ich deshalb gerefft hatte. Die zurzeit schwachen Winde werde ich nutzen, das Segel wieder aufzumasten und in Ordnung zu bringen

Sonst läuft alles an Bord. Wir haben Wasser und das ist wesentlich, denn Wasser ist Leben. Ohne Energie könen wir kein Süsswasser mehr produzieren. Aber jetzt sind die Akkus randvoll, also sind wir für die kommenden Tage versorgt. Ich werde mir mit dem guten Entsalzer endlich einen ordentlichen Kaffee gönnen.

Jean le Cam

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