Beim Ausstatter

Ende September

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Es ist Zwischensaison. Ist es Mittags immer noch sommerlich mild,  werden die Tage doch spürbar kürzer und der nächste Morgen kann schon herbstlich vernebelt, kühl oder windig sein.

Die Übergangszeit ist für den Radausstatter nicht leicht. Die neuen Containerladungen sind nicht alle da, wo sie sein sollten: Der Euphemismus Lieferengpässe beschreibt den staunenden Blick des Kunden nur unzureichend.

Aber es hat noch ein wenig Zeit. Man möchte noch nicht ins lange Beinkleid, das immer ein wenig beengt. Allein obenherum gibt es kein Entkommen. Wer im kurzen Shirt startet, fröstelt nicht nur auf den ersten Kilometern, das wäre nicht weiter tragisch. Schlimm ist die kalte Zugluft in den Abfahrten, der man nichts entgegensetzen kann und die schon für einige plötzliche Erkältungen gesorgt hat, die dann die letzten sonnigen Wochen verderben.

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Langarm tragen heißt es dann und da darf man als bike-influencer gleich einen beliebten Ausstatter empfehlen, eine französische Firma. Decathlon – nichts aufregendes,  aber für 0,5% kann man nicht meckern. Nur falls jemand wissen will, wovon ich eigentlich lebe.

Andere können sicher besser zu Positionierung, Qualität oder Preisleistungsverhältnisse urteilen.Andere sind Radfashionisten auf der Jagd nach Spitzenprodukten.

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Ich rede nur von einem Produkt, daß ich gesucht und endlich gefunden habe: ein warmes, praktisches, langarmiges Herbsttrikot.Und lange habe ich auf ein warmes Gewebe gewartet, daß nicht ausschließlich auf die Poly plus fleece Formel zurückgreift. Ich gebe gern zu, daß mir auch dei Farbe gefallen hat: sie erinnert eben an gute alte Wollpullover.

Decathlon -um sie beim Namen zu nennen – ist ein Sport Gemischtwarenladen. Manchmal verlaufe ich mich sogar darin. Aber es fällt auf, wie sinnvoll und durchdacht die Produkte für den Radsport sind. Keine Aktionsware oder Billigvarianten sogenannter Markenartikler, sondern eigenständige Produkte, die andere nicht führen, weil sie selbst entwickelt werden.

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Kein winddichtes softshell also, kein ultrawarmes Daunengewebe für Polarnächte. Nein, ein schlichtes Stück mit Taschen am Rücken, das nicht so eng anliegt wie die vielen Elastico-Latexkombis, für die man Profis bemitleidet und Amateure belächelt. Gerade so gewebt, daß noch eine Lage drunter paßt und  lang genug, um den empfindlichen Nierenbereich abzudecken. Links hinten noch eine Zusatztasche – zum Beispiel für die Maske, die man die nächsten Jahre bei sich tragen wird. Also rundum gut und mehr als nur ein Sweatshirt mit Taschen drauf.

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Und da hing es: das letzte seiner Art;  nachdem man mir das Vorführmodell vor zwei Wochen nicht verkaufen konnte, gelang mir der überraschende Fang eines herbstlich roten XL. Ich hinterließ ein verwaistes L.

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Keine Leuchtfarbe, aber ein paar Reflexstreifen. Kein feines Garn, eine robuste Mischung aus Merino, Poly und irgendwo noch Baumwolle: nicht zu warm, nicht zu kalt, angenehm auf der Haut.

Ganz ähnlich also den von mir geschätzten dunova Stücken aus den fernen 1980ern, unverwüstlich und farbecht.  Decathlon hat damit eine kleine Lücke geschlossen, die andere Jahre offen ließen  –

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Die Farben des Sommers verblassen langsam, da heißt es noch einmal zubeißen. 

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