Eisbrecher – eine Beschwörung

Er hat mich erkannt. Sein kleiner Umriß mit dem buschigen Schwanz blickt mich vom Ende des Schneefeldes an. im Wald taut es schon,  leichter Dunst liegt über dem Boden und die Straße ist taufeucht. Obacht: was der Winter nicht bekommen hat im Wald, das holt sich jetzt der Fuchs.

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Er schleicht sich an, ich schnüre in die Täler hinab: nachsehen, wie das Eis bricht während die Wälder neues Leben zeigen. bkra2.jpgNoch trage ich Winterstiefel,  Wandersocken und die dicken Handschuhe. Heute wird mir darin zum ersten mal gleich so richtig schön warm:  der Frost ist davongezogen, ein sehr ruhiger milder Wind streichelt die Mütze unter dem Helm. Eigentlich beginnt heute erst das neue Jahr auf dem Rad.

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Im ersten Tal kreuze ich eine Gruppe Wanderreiter,  die mit der Kartentrommel auf Expedition sind;  danach bin ich allein. Allein in meinem Refugium. Der Gelbach hat diese echte Naturstrecke für Radfahrer geschaffen, eine ganz sanft abschüssige Strecke von fast 30 Kilometern zwischen Monatabaur und der Lahn. Manchmal schnürt es sich zusammen und manchmal ist es gerade weit genug für ein kleines Dorf mit ein paar Wiesen und Pferdekoppeln.

bkra4 Ein zwei mal noch kreuzt die Strecke den Gelbach, bevor das Tal sich langsam verengt und die faltigen Porphyrfelsen schroffer aufragen links und rechts vom Weg. Dann verschwindet der Gelbach unten im Dickicht  – im Sommer sieht man ihn nur ab und zu aufblitzen. Zum Sommer ist noch lang hin  (und seinen unweigerlichen Motorradkorsi, die brummend näherkommen und mich auf der Hut sein lassen),  Meinen Wanderritt heute werde ich in voller Länge genießen- Einsamkeit ist ein Privileg.

bkra5bkrab4Der Wintersturm hat viel Bruch erzeugt und nimmt den Vögeln die Deckung. –  –  Ein eigenartiger Ruf mitten aus der Lichtung. –  wieder Kolkraben?  Ich ahme ihn (irgendwie) nach, um eine Antwort zu provozieren. Die Antwort kommt und ein schwarzer Vogel fliegt von Stamm zu Stamm. Viel zu klein für einen Kolkraben, zu groß für eine Amsel- vielleicht eine Krähe. Ein paar Drosseln schwirren ab, als ich diverse Pfeiflaute abgebe, die keiner balzenden Gattung zugeordnet werden können. my life in the bush of ghosts. bkrab2Nur der Gelbach ist zu hören und dann sehe ich den Schwarzen über die Straße schwingen: sein Flug verrät ihn, ähnelt einem Fasan. Es war der Schwarzspecht, den ich in meinem Leben vielleicht einmal gesehen habe. Zufrieden steige ich in den Sattel. Das Himmelsgrau wird immer lichter, –  was Bilder nicht wiedergeben: es ist spürbar, die abgetauten Hänge riechen plötzlich nach Wald. Bei Weinähr, kurz vor der Lahnmündung flutet die Sonne durch und füllt die Hänge ringsum mit erster Farbe, der Schnee auf den Baumkronen funkelt noch einmal, manche Höfe im Tal bekommen in diesem Jahr zum ersten mal volles Licht.

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jetzt (eine letzte Kurve, ein letzter Abschwung) folgt das Lahntal, wieder flußaufwärts. Bei Obernhof passiere ich einen kleinen Verwandten des Limburger Doms, ein Kirchentyp, der Ende des 19 jahrhunderts im Historismus gern wieder aufgenommen wurde. Dort, wo er der Braunkohle im Wege steht, wird er abgeräumt . Die Hänge der Lahn dagegen sind weidlich erforscht und alles gewinnbare Erz hat die Bistümer reichgemacht, ohne ihren Bauten zu schaden. So darf Arnstein bleiben.

bkrab1Die Dörfer dösen in der ersten Märzsonne, mal hier ein Automobil und tatsächlich auch ein einzelnes Rennrad – aber das wars schon. Unverdrossen kurbele ich im Dauertempo, höre es leise knistern, sauge tief die würzige Luft ein, die die Hänge freigeben

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und sehe das Eis auf dem trägen kleinen Fluß brechen . Der Winter geht – and for good – und ich nehme die Botschaft hinauf in den Westerwald, wo es doch immer kühler ist.

Weiter vorn eine Einmündung am Waldsaum oben auf der Kuppe, ein glitzernder Luftballon ist in den Ästen hängengeblieben. Eine BMW Limousine überholt mich, bremst und biegt genau dort kurz ein. Eine junge Frau steigt aus, bleibt stehen;  der Wagen wendet und fährt an mir vorbei. Ein alter 7er mit Bulgarischem Kennzeichen. Die Frau steht nun allein an der Straße, auf der Schattenseite, hinter mir höre ich den Wagen erneut anhalten -ich schaue unter meinen Arm hindurch: wieder ist jemand ausgestiegen. Wieder schlägt die Tür zu und jetzt komme ich schon an der jungen Frau vorbei , die eigentlich ein Mädchen mit Kapuzenanorak und Handtasche ist, das mich ansieht.

Wenn es  dunkel wird, wird der grausilberne BMW wiederkommen und sie abholen.

 

 

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WINTER 18

Der Winter ist ein großes Puzzle mit weißen Flecken. En Kältelabyrinth, bei der die Wärme nur von innen kommt . Die Schönheit seiner überbelichteten Landschaften ist eine Warnung, aber die Botschaft steckt da draußen – am Ende des Tages. DSCF1921agazz1 Wintertage auf dem Rad verlangen eine neue Form von Widerstand. Die Rüstungen werden geschlossen, der Körper versammelt seine Truppen, um unter der Kälte hindurchzukommen. Die Klammer der Kälte ist stark, der Wind hat scharfe Fänge, die jede Lücke nutzen. Er ist ein stummer Feind, der die Sinne betäubt. atannheumIhn zu überwinden verlangt eine ganz eigenartige Stärke, eine spezielle Kraft und einen Willen, den man sonst nicht aufbringen muß, wenn man mit dem Rad unterwegs ist.

„be prepared“ sagt William Shakespeare. Diese Mahnung nehme ich aus den Wnterstunden mit, hänge sie über den Ofen und reiche sie weiter –  jetzt, wo er sich aus unseren Breiten zurückziehen wird . . . .  . März 2018

 

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Winterbrevet auf Sommerreifen

Wenn mein goldener Hahn in diese Richtung schaut, dann heißt es sich warm anziehen im Kirchspiel Thalheim. Kombiniere Nordost, 5 Beaufort und Ende Februar.

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Die kleine Gemeinde der Randonneure, Kirchspiel Wuppertal, vereint ungefähr 50 Seelen auf dem Parkplatz einer Bäckerei (der noch ein wenig an eine Tankstelle erinnert). Der Milchschaum meines Cappucinos setzt eine feine Eiskruste an,

bwup5 die Grußworte zu unserem Passionsspiel von 200km fallen knapp aus. Es startet ein kompakter Pulk  und die Fingerkuppen beißen mich heftig, als wir uns durch die ersten Eispassagen hinter der Stadt, hinter den Industrieruinen, vorbei an der Aramidfabrik fädeln.

By Frank Vincentz – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6407971

 . . .hier warst Du schon einmal, denkt es in mir  – aber da standen die verwinkelten Backsteingebäude der Enka Glanzstoff-Fabrik in ihrer Mehrzahl. Das war 1987. Wer wissen möchte, wie die Geschichte der JP Bemberg Kunstseidenspinnerei verlief, der findet sie hier.  Tempi passati

Der Schnee der letzten Tage hat sich zu eisigen Spuren verglast. Minus 4. awup1

Bis die erste Sonne sichtbar, vor allem aber spürbar wird braucht es einige Höhenmeter. Unter der massiven Autobahnbrücke krabbelt das Peloton hindurch. Und oben wartet die andere Überraschung

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Vielleicht sieht man auf diesem Bild, daß mit dem Brexit ein anderer Wind weht. Manchmal zieht es sich, dann wieder ballen wir uns zu einem wärmenden Knäuel zusammen – Ampeln disziplinieren die Ausreißversuche. Die Sonne entschädigt schonmal für die Ohrfeigen, die der Wind an jeder Ecke neu verteilt.

Nachdenken sollte man über eine solche Fahrt in den Eiskeller so wenig wie möglich. Losfahren, versuchen warm zu werden. Ab und zu dem Nebenmann einen Halbsatz durch die mehrlagige Halskrause zurufen. Irgendwann stellt man fest: das Thermostat funktioniert, Hände und Füße fühlen sich wohl (auf einmal) nichts beißt mehr und fast meint man zu schwitzen. und der Himmel schickt immer einen besonders starken Fahrer, einen Tom Boonen, der locker vornwegfährt.

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Kontrolle 1 : es beginnt die Schnitzeljagd, jeder führt einen kleinen Zettel mit sich, auf dem Kontrollfragen stehen. Mancher Kuli tut sich schwer, die Lösung zu Papier zu bringen. Die alte Frau lebte bis 1950 mit ihren Kühen im Stall. Vorsicht, die wertvollen gelben Pappen dürfen nicht verloren gehen. Darauf eine halbe, eisige Banane. Anstiege, waldige Passagen mit plätscherndem Bache unter fröhlich winkendem Tann: daran mangelt es nicht.

Viele setzen hier aufs 32 Ritzel am oberen Ende des Pakets, andere, wie dieser Klassikfahrer neigen zur driefachKurbel. Gerade folgt mir niemand mehr , denn ich bin an der 1ten Kontrolle glatt vorbeigerast. fahre zurück auf los. Ich werde etwas später erläutern, warum eine 3fach Kurbel heute so angebracht ist.

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Manch einer glaubt gar nicht, wieviele Steigungen dieser Flecken Erde verbirgt. Es würde für mehrere Eroica Veranstaltungen reichen und wahrscheinlich für eine Eroica extreme obendrauf. Abfahrten- steil, holprig streckenweise –  immer ein Genuß : ich stelle mir das im September vor mit den berühmten bergischen Pflaumenkuchen und Kirschwaffeln plus Schlagsahne. Zu diesem Zeitpunkt sind das Wahnvorstellungen. Nur mit viel Mühe konnte ich einen Cranberry-Riegel spalten, der sich in meinem Gaumen auflöst, damit irgendein Brennstoff nachgeführt wird.

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und wenn ich nicht die Augen so zusammenkneifen müßte, wären das wirklich apart-hübsche Passagen, dort oben, wo der Wind sein Spiel mit uns treibt. Die kleine Kamera sieht das alles mit lächelndem Auge und vielleicht mache ich die Bilder ja auch, um mich nachher überzeugen zu können, daß doch fast alles prima ist . Die Horizontlinien werden zu gleißenden Zacken, sobald der kopf oben ist, fühlt sich die Luft wie längsseits der Stacheldraht an, Hausecken erschrecken mit plötzlich zurückgestrahlter Wärme.

Aber die Kamera hat gut lachen, denn sie liegt schön dicht am Körper an, ihr kleiner Akku immer hübsch warm, während der große Körperakku sich langsam leert.

awup4 Unterdessen kommt die Forderung nach Dreifachkurbeln auf, oft Altherrenkurbel genannt. Neben mir entdecke ich einen jungen Kerl der so maximal 60 Kilo wiegt und seine 28 Zähne mit schmerzhaftem Ausdruck bewegt, hinter mir keucht es wie aus der Kehle einer strangulierten Sau. Gemach: wir sind erst bei kilometer 70 oder so. Da kann man ruhig noch mit dicken Gängen arbeiten. (Aber ->)

:Der tiefere Sinn einer Dreifachkurbel erschließt sich an jeder weiteren Steigung, die Körner saugt. Mein mittleres Blatt endet bei 42×26, das lasse ich so bis 7% gelten, auch hier, ohne Gepäck und Ballast. Da wir in Gruppen fahren, kann ich gut beschreiben, was geschieht, wenn ich auf das 30er Blatt wechsle: während die nachbarn im Käfig ihrer 34er Kompakt gefangen sind und wie Galeerensträflinge zu einer Frequenz verdammt den Oberkörper auf und ab wiegen, kann ich per Campagnolomausklick mein Los erleichtern, ein wenig Lässigkeit in die Oberschenkel gleiten lassen und mich erholen. Auch wenn ich nicht wie der Asthmatiker Froomi strample: wirklich langsamer werde ich dabei nicht, ich erleichtere nur mein Los und kann oben einfach weiterrollen.

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Mit der Zeit  sieht man die  Dinge klarer und so entschlüsseln sich Botschaften, die für uns auf Zigarettenautomaten hinterlassen wurden. Es sind stilisierte

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Windräder , eine Zone heftiger Turbulenzen.Das Feld hat sich nach der zweiten Kontrolle, wo für einen kurzen Snack dankbar verschnauft wurde (jemand schenkt mir zwei TUC Kekse) wieder auseinandergezogen. Es nähert sich dem großen Rauschen der Rotorblätter. Schon von weitem ist zu hören, daß sie heute ordentliche Wattstundenliefern, ein rhythmisches Rauschen umpulst die immer kleiner werdende Truppe.

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Der Wind erwischt die kleinen bunten Punkte von scharf rechts, an der Tannenlinie erreichen sie das rettende Ufer: die flache Landstraße, die sie mit Rückenwind nach links führt. Aber die Punkte bewegen sich nicht wirklich schnell davon: müde ihr also seid – and so am I (mit Loch im Bauch).

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200Meter tiefer: endlich ein Dorf, endlich eine warme Pizza (original italienisch, sagt Grill Royal). Passende 2Takter Geräusche auf der High Street.

DSCF1951Als einzige Gäste im Festsaal genießen Roy und ich die glühende Heizung. Naßgeschwitztes auslegen , auf hochlehnigen Kunstledersitzen Platz nehmen. Der schwarze bittere Tee wärmt schonmal die bloßen Finger. Der Blick schweift hinaus auf eine undekorierte Betonfläche. Weiter hinten eine Landstraße mit Alleebäumen, zwischen denen hin und wieder ein Radfahrer zu sehen ist. Dann rückt von rechts ein brombeermetallisierter Opel Senator ins Bild und fährt auf die zentrale Betonfläche zu. Dort wartet ein Opel Corsa, eine nackte Frau im Pelz auf der Motorhaube: daneben kommt der Senator zum Stehen.

Eine völlig mit Käse überzogene 29cm Pizza wird auf einem großen Holzbrett angeliefert, wenig später geht eine ähnliche (mit grünen Stücken) gegenüber zu Roy. Sie ist noch so heiß, daß der Hunger  kurz warten muß,  – – da bleibt Muße für den Blick aufs zentrale Geschehen. Inzwischen ist ein CLK Coupé der -90er aufgetaucht, dessen bauchige Seitenflanke mit einer aufschwingenden Zweitfarbe (mattschwarz) dekoriert wurde.

Wir genießen den heißen geschmolzenen Käse, der langsam unseren Schlund hinabgleitet und einen warmen Klumpen mitten im Bauch bildet. Bei mir sei irgendwo Schinken dazwischen, der aber kann seine Herkunft aus Parma nicht bestätigen.

Drei, vier Jugendliche in Fellkapuzen stehen um die Fahrzeuge gruppiert und rauchen jetzt.  dann ist alles wichtige besprochen.

aselfieDahinter wandern ab und zu die bunten Punkte der Radfahrer durch und erinnern uns an den Grund unseres Besuchs. Träge verlassen wir die Sitze und besteigen unsere Räder. Die Einsamkeit der Landstraße an einem kalten Samstag im Februar.

Die Sonne lacht, Landschaft ist lieblicher jetzt. In den Tälern spüren wir weniger vom Wind (oder haben uns einfach dran gewöhnt). In der Nachmittagssonne gewinnt das grün an Wärme und Struktur. Wärme und Struktur – wichtig bei Brevets.

Aber ein neuer Feind wartet: das Eis. Der Schnee, der durch den Wind zum Eis wurde, festgefahren und glaciert. Wir zahlen einen hohen Preis für die pittorreske (auch: malerisch/natürliche) Streckenführung über Wirtschaftswege. Waren Südhänge abgetaut,  blieben die Nordseiten der Hügel gepanzert und unpassierbar. Da helfen mir auch die unsterblichen Kevlar Excel Sommerreifen von hutchinson (Bj.92) nicht mehr weiter. Mit Rädern als Rollatoren tasten wir uns vor. Kleine dünne Spuren deuten hin und wieder an, daß wir uns nicht verfahren haben.

aschnee1Inzwischen zu dritt, bilden wir mit Haiko ein Pfadfindertrio; zwei in leuchtendgelb, damit uns die Rettungssanitäter besser aus dem Hubschrauber sichten können. So ein Oberschenkelhals ist schnell verknaxt. Für die Entmüdung sei das Laufen gut, sagt einer, für das Zeitlimit aber nicht, ein anderer.

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Viel zu beschäftigt damit, nicht auf dem Gesicht zu landen, denken wir aber nicht wirklich an die Zeit, die wie Pulverschnee zwischen den Handschuhen zerrinnt. Von „denken“ kann hier überhaupt nur wenig die Rede sein, man macht einfach weiter, versucht, nicht auszukühlen, sucht im Flachen den Windschatten. Solange der Körper Thermostat nachregelt ist alles ok, die Grundspannung bleibt.

das Zeit/Raumempfinden verschiebt sich dagegen. Für etwas mehr als 30 km haben wir über zwei Stunden gebraucht und sie fühlen sich wie 60 an. Gegen diese Enttäuschung wird heute gekämpft.

Bald wieder in der Zivilisation: Radwege zur Biggetalsperre, Tempofahren nach Attendorn. Vorbei an der ersten Kirche,

aattendefegen wir um die Ecken des sauberen Städtchens

aattendorndann der ersehnte Imbiß gleich unter dem prall-barocken Helm der Kirche :Kontrolle!. Kurz vor Fünf und immer noch 70 Kilometer. Dios mio. Ein halbes Dutzend Räder stehen an den Geländern, wo kommen nur all die Radfahrer her? Der kleine Imbiß verdient fünf Sterne, Schnitzel brutzeln im klaren Fett auf dem Blech, der Gemüseeintopf ist fast so groß wie die Pizza, meine Pommes knuspern und sind eindeutig Kartoffelstücke…

es lohnte sich, die Vorzüge einer kleinen, propperen Stadt in der Provinz auszukosten,  doch wir müssen weiter – denn es wird rasch dunkel und einige Höhenpassagen warten noch.

Letzte Bilder vor der Dunkelheit

aschnee3aschnee4Eine weitere Passage wäre fatal gewesen  – unten im Dorf brannten schon die Lichter (sehr einladend) und jetzt, wo wir ins dunkle der Wälder  und unter Mondlicht fuhren,  wurde es ganz eigenartig schön. Die Kälte war da, aber schon so etwas wie ein Teil von uns. Die Pizza kam mit Zeitzünder zur Entfaltung und verströmte Kraft für den Anstieg, die kleinen Lampen warfen Muster und hinter den Tannen leuchtete ein Schneehang durch. Ganz selten ein Auto, sie hupen, weil sie nicht wissen, was wir sind. Wir sind spät dran, die Kontrollzeit vergessen wir mal.

Wieder eine Abfahrt, 52×14, wieder eine verpasste Auffahrt –  mein navi hat schon längst den letzten triller abgegeben und ist auf immer verdunkelt –  dafür wieder ein schönes Waldstück.  Roy erteilt eine Rüge wegen fehlender Ersatzbatterien. Der Wind von halb hinten: Kierspe, die letzte Station um schnell Wärme und Snickers einzusaugen.

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Va bene, Kierspe, aber 40km und kaum zwei Stunden Zeit mehr. Wir zerfallen, deuten Geräusche am Hinterrad, fahren Wieter, finden wieder zusammen: weit sind die kleinen roten Lichter in der Dunkelheit sichtbar. Aber was ist mit der Zeit? Noch eine Stunde und vier. Ich bedränge Haiko: los, raus mit der Sprache, wieviel km? 22.  fast ein Rennen – nach 12  Stunden .

Genau das hat mir gefehlt, der Kick, es jetzt schaffen zu müssen. Meine Beine gehen gut, die Kalorien reichen, auch wenn es knapp unter Null ist. Jetzt hilft auch der Wind – Endlich! Gleichmäßig geht jetzt die Strecke, hin und wieder Unterlenker, es wird nicht mehr nachgedacht – –  – wir erreichen die Zone der Straßenbeleuchtung. Wie weit noch?:

agazelle124Vier, Drei, Zwei Eins Geschafft,  verdammter Winterbrevet. Drinnen warten große Crêpe und das süffige Hefeweizen aus dem Vereinsheim. Stempel!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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An der Innenseite des Atolls

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Mitte Februar, der Winter hat uns wieder im Griff. Jeden morgen neuer Reif auf dem Gras, zaghafte Rauchwölkchen über den Kaminen. Gedanken an die Südsee helfen, eine Sonne im Kopf, schon rollt das Rad leichter. Und manchmal ist die nächste Lagune gar nicht so weit. Kurs Süd ist ein guter Anfang. Der Vorbau zeigt in den Taunus. bs1

An einem Tor der Gegenreformation halte ich kurz inne und fahre dann über die Konfessionsgrenze Richtung Taunus. Diese Kapelle wurde errichtet, als der Pferdesturz Fürst Johann Ludwigs zu heftigen Erbauseinandersetzungen zwischen verschiedenen Nassauer Familienteilen führte. Welche jetzt genau wovon profitierten fällt mir gerade nicht ein, es soll aber auch in Berlin Folgen gehabt haben – Schloß Oranienburg fällt mir da ein.  Tatsächlich endet hier, an dieser Kreuzung nach Obertiefenbach immer noch die katholische Sphäre. Zittert, Ungläubige!

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Es muß eher wegen der Temperaturen gezittert werden, gerade auf  gerodeten Hochflächen, die einen weiten Blick erlauben. Das junge Paar in der Bildmitte setzt gerade die Selbstversorgung mit Brennholz fort, während ich die Geborgenheit der Eschenauer Senke suche.

Talsenke – Dort : wie im letzten Jahr, es durchkreuzt der Bach eine fast menschenleere Ortschaft. Manchmal begegne ich Zeitungsausträgern, die geduldig  gefüllte Handwagen mit Werbepost vor sich herschieben.

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Dann wieder wärmt der nächste Hang meinen Körper und ich setze meine Suche nach Zentigraden im Tal dahinter oder einem Waldstück  fort. Denn es ist Winter und daran ist nichts zu machen. Der Wind findet jede Ritze in der Rüstung aus neopren, polyamid, lycra und Zwischenelementen aus Wolle. Eine heroisch aufrechte Haltung ist nichts wert hier, zwischen frisch beschnittenem Heckenholz, weise gekrümmten Obstbäumen und den ungeraden Reihen weißer Randbaken. Die Landstraße.

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Mein anspruchsloses Pferd trägt von Hügel zu Hügel zum Tiefpunkt des Tages, der Lahn bei Runkel.  Sie fließt hier so langsam, daß ein Naturschwimmbecken entsteht. Freuden eines (fernen) Sommers. Die Wirtshäuser verschmähe ich und halte meinen Schwur 3 Stunden ohne Proviant zu schaffen. Präzise meldet mir mein 653er Reynoldsrohr die Härte des späten Winters, präzise wird aus meinem Tritt neue Geschwindigkeit und neue Wärme.

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Plötzlich, in einem der vielen Orte am Weg durchzuckt es mich angesichts der Architektur unserer Zeit: Schupbach!

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Wer in der Welt von Schupbach spricht , spricht von Schupbach Schwarz. Was ich für Hügel hielt, sind Lagunen und Atollen, die Welt der Korallenriffe. Die einzigen lebenden bewohner des Schupbacher Riffs scheinen zwei Mädchen zu sein, die sich lachend in der Bushaltestelle unterhalten, ihr Echo hallt an den Wänden des Atolls wider.  Und irgendwo hier muß es ein Stück des wertvollen Stoffs geben, der den Namen des Dorfs  ins Foyer des Empire State Buildings trug.

Ich umkreise den Ortskern, blicke auf zwei, drei restaurierte Fachwerkhäuser und die weiße Kirche. Ob evangelische Kirchen sonntags offen sind? Schupbach Schwarz: ich sehe Dich!  ich lege am (splitter vom)  Korallenriff an – der äonenlange Winter ist vorbei.

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Im Zentrum des Atolls

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findet sich die Marmorsorte am Ehrenmal des Kriegs  von 70/71. Stromatoporen !

Marmorbruch Schupbach

Von den über hundert Marmorsteinbrüchen der Lahnmulde ist kaum einer mehr aktiv. Ihre Reste , auch die des Schupbachers, werden langsam überwuchert. Dies ist am Ort das einzige Zeugnis, das ich von  400 Jahren Abbau entdecken kann. Die schwarze Färbung deutet auf hohen kohlenstoffgehalt, der an der Binnenseite des ehemaligen Atolls zu finden ist. Das Ohr an der  Brandung eines anderen Zeitalters . . .

 

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Steinbruch_Unica_Villmar_Lahnmarmor_%2802%29.jpg

Seine Reste können in Villmar/Lahn besichtigt werden: Grube Unica.

 

 

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Die Lücke suchen II

„Überall wo man ist – man ist immer selbst schuld“ (Rolf Zacher)

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Und wo bin ich? :  noch ein paar km vor Wetzlar. Auf dem, was vom Radweg hinter der Brücke übrig ist  (an der Seite bündelt sich geschnittenes Unterholz)- da, wo kein Moos wächst,  passt der kleine E-Mobiler gerade noch durch.   Ich winke, er lächelt zurück und dann schaue seinem kuriosen Gefährt hinterher. Holpernd rollt er lautlos davon.

Das Hochwasser hat sich aus dem Lahntal zurückgezogen, die Braunfelser Phantasieburg ist als Schattenriss am Horizont vorbeigehuscht. Samstagmittag, dicht an dicht rauschen im Sekundentakt Autos vorbei, um die Epizentren zu bestäuben. Wir folgen. Nach der Werksbrücke der Leica A.G. eine große Kreuzung. Wer sie überwindet, gelangt durch eine Gasse in die alte Stadt

aw5awdDie ersten Kalorien sind eingeholt und ich lege noch ein salziges, hausgemachtes Laugenbrezel drauf. Ich verschmähe Bäckereiketten nicht grundsätzlich, eine rege Konkurrenz im Land Hessen sorgt für anständige Qualität. Aber.

awi1Aber ein wirklicher Bäcker schlägt sie um Längen, auch wenn sein Geschirr das meiner Großmutter sein könnte und Gestaltungsratschläge, die Werbeagenturen in den letzten 20 Jahren (hübsch vergütet) hätten unterbreiten können leichthin vergessen wurden. Ein Verzicht darauf könnte am Ende der einzige Weg sein, so etwas wie die heiß ersehnte Authentizität der Postmoderne zu erzeugen. Einfach alles lassen, wie es ist und sich auf das Handwerk konzentrieren.

awi2Eine junge Dame hat sich mehrere Minuten das Schaufenster angesehen, während ihr Begleiter etwas sehr wichtiges auf dem Mobilgerät erledigte. Blicke können sprechen und bald stehen sie vor den schönen Rosinenwecken und Linzer Schnitten und schönen kleinen Stücken mit Konditorcreme – Füllung. Crême Patissière siegt am Ende. Dabei liegt Glässel innenstädtisch auf der dunklen Seite des Mondes, weitab vom eigentlichen Einkaufsmagneten mit den 1.000000 Parkplätzen.

DSCF1433Kurze Zeit später bittet mich der Inhaber dieses  für Wein, Kaffee und Tonmöbel, mein gutes Raleigh doch bei ihm unterzustellen: solches sei (sogar!) in Wetzlar allzuschnell weg. Auch sein erstes Rad damals war ein Raleigh (rot) – sein Folgendes dann ein Puch „vent noir“, daß er dann wiederum . . .

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So verlasse ich Wetzlar als zufriedener, aufgewärmter und durchkoffeeinierter Mann und empfehle jedem, die Stadt, an der die Dill in die Lahn strömt mit diesem Blick zu verabschieden. Heimatkunde schadet nicht.

Zwei Körper

Auch wenn man einsam durch die Gegend streift – nur ein rosa Klecks wird kurz am Horizont auftauchen – ist man auf dem Rad nicht allein.

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Allein mit mir selbst beginne ich die eigentliche Aufgabe: Training. 60, 70km sind vorbei,  auf den flachen, langen Stücken, (asphaltierte Feldwege wechseln mit Betonplatten) kann man sich ganz auf die Haltung konzentrieren: der leicht seitliche Gegenwind schult. Jedes Rad erfordert eine eigene Position, der Körper muß sich schlau machen. Man könnte denken, es gebe ein einziges Rad mit einer definitiven Lösung – ein ideales Rad pro Körper und dann sei es gut.

Kein Rad ist ideal: es sind immer zwei Körper, von denen einer sich dem anderen anpaßt. Der Körper nach Trainingszustand. Und der Körper erinnert sich – nach ein paar Stunden. Nichts gegen bikefitter, nur besser ist ein guter Trainer, ein Mann mit Auge, der neben Dir herfährt und alles sieht. Das ist ideal, nur leider sehr selten. Ohne ihn braucht jeder länger, muß er ein eigenes, inneres Auge entwickeln, vergleichen, erinnern, fühlen: vor allem fühlen.

awe2Die blaue Lücke bleibt, der kleine Schneeschauer hängt woanders ab. Mit steigendem Sonnenstand werden die Strecken länger . Heute die 1ookm Marke. Wichtig ist nicht allein die Distanz, wichtig ist, wie sich die letzten 20km anfühlen, wenn ich versuchen werde, Intervalle zu fahren.

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Im Netz, in Zeitschriften in Büchern finden sich viele, sehr komplexe Trainingspläne. Belastungszyklen, Trainingsbereiche – Tabellen ohne Ende. Das kann man sehr beeindruckend finden oder sehr obsessiv. Grundfalsch ist es nicht, auch wenn die Methodik manchmal überdreht. Allein: die Kilometer müssen gemacht werden.

Schon der status quo fordert – da müssen keine Meisterschaften angepeilt werden, das Rad fordert, die Straße fordert, 100km bleiben hundert km. Jedes Jahr ist die Frage nach der Form offen: anders als in den Sportarten, wo eine gewisse Grundschnelligkeit, eine gute Hand-Augen koordination und andere entscheidende Fähigkeiten nie wirklich verlorengehen, brauchen Kilometer zu Rade einfach das Opfer, die Selbstüberwindung und Disziplin.

Darum können vier, fünf Kilometer schon die Hölle bedeuten: wo Du stehst, biste selbst schuld. Oder: „In drei Wochen verlierst Du drei Monate“, sagte Bernard Hinault gnadenlos.

awz1Oben belohnt das Haus mit dem schönen Blick: Merenberg. Nach der Spezialuhr sinkt der Puls jetzt von 150 wieder auf 120. Noch 12km, noch eine Steigung in Stufen  -es wird gehen. Die Zahlen stimmen, das Gefühl ist gut. Am 24ten ist der erste 200er.

 

 

 

 

 

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Die Lücke suchen I

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Manche finden, es sein ein milder Winter. Statistische Bemühungen. Kalt, warm, über dem Durchschnitt, unter dem Mittel – die bunten Silhouetten anderer Radfahrer sind im Landschaftsbild derzeit selten.

Eben ist noch ein Schneeschauer durch. Aber der Himmel hat dieses Licht-Quantum mehr. Dieses etwas mehr an Durchsischtigkeit, die Lücke für eine kleine Unternehmung.

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Ohne Schutzplastik, nackte Rennreifen: ein leichtes Rad ohne jedes Gepäck. Die Krähe flattert davon: viel Wind bläst ihr nicht entgegen, auch gut für mich. Ganz locker rollt es mit feinem Knistern: das ist das Salz, was noch nicht abgetaut ist, an den trockenen Stellen knistert es mehr.

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Asphalt Archäologie – : Wäre schön, wenn die Asphaltsorten Namen hätten, sie wechseln ständig. Die Landstraße rollt und in manchen Dörfern dann istnur noch Flickenteppich: zwischen den Ortsschildern ist die Kommune dran.

Frostschäden, Lastverkehr, Kanalisation 1978, Kanalisation1994, Telekom- kupferader 2004, Glasfaser 2010. Einmal auf, einmal zu.

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Weitere, ulkige Kirchen aus dem Kulturkampf. Diese hier wartet auf den Sonntag und die neuen Konfirmanden der Gemeinde. Die Konfirmanden überholen mich gerade mit dem Zweitwagen (der Andere ist nicht selten ein Dienstauto). Einkaufsberater/in am Steuer.

Auch sie wollen etwas vom Leben haben und gehen shoppen. Wie ich wollen sie nach Wetzlar, denn dort findet es statt, das Treffen der Jugend der Welt. Zwischen artifiziellen Springbrunnen und Hydrokulturen. Eiskugeln spiegeln sich in Smartphones .

Morgen  – in die Kirchenbank,

(Das Geläut der Kirche besteht aus drei Glocken: Maximinusglocke (Schlagton: fis, Gussstahlglocke, Gegossen in Bochum 1920) Die Glocke trägt die Umschrift: „Sancte Maximine, ora pro populo in Ellxx“ (Heiliger Maximinus, bete für die Bewohner Ellxxs) Marienglocke: (Schlagton: a, Gussstahlglocke, gegossen Bochum 1920) Die Glocke trägt die Umschrift: „Maria vocor, divina loquor, fugo daemonia“ (Ich heiße Maria, verkünde das Göttlich, fliehe das Teuflische) Josefglocke (Schlagton: h, Gegossen bei Rincker in Sinn 1953) Die Glocke trägt die Umschrift: „Sancte Joseph, ora pro nobis“ (Heiliger Josef bete für uns))

Mädchen und Jungs (aus den Augenwinkeln). Das Ausland liegt  hinter dem Hügel

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Die Straße wieder. Sanfte Schwünge flüssiger Tritt. Blaue Minute, schon gehts leichter. Duchamp (Marcel), Künstler,  begleitet mich heute auch. Je flüssiger die Bewegung auf dem Rad sich anfühlt, je verschmolzener Körper und Umwelt, desto mehr gelangt der Radfahrer in einen Bereich des „inframince“ der maximalen Annäherung an den leblosen, mechanischen Gegenstand. Inframince: ein Begriff, der  dem Schachspieler, Pfeifenraucher und Treppenabsteiger Marcel Duchamp entwendet ist  –  Urvater aller Konzeptkunst.

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Die kleinen Ausflüge hier sind natürlich keine Konzeptkunstwerke. Oder doch?  – wenn ich nur die Krähen fragen könnte.

Der alte Duchamp ahnte eben nicht, daß sein Begriff mit unbeabsichtigter Exaktheit beschreibt, wie ein Radfahrer das Verschwinden jeder Distanz zwischen sich, dem Rad und der Welt verspürt. Manchmal.

Langsam schweben wir an der big sky ranch vorbei, runter ins Lahntal. Fortsetzung folgt.

 

 

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Draußen schneit es. Neben mir liegt das alte Stück Garmin und sagt mir, wo der Mond gerade steht . Die Ausrüstung trocknet über der Heizung.

bwb3Es sagt auch, wann die Sonne aufging . Mit dem Ding muß man vertraut sein, wenn man ins unbekannte vorstößt. Die Brevetsaison beginnt in zwei Wochen, seien wir also bereit.

Im Juni werden die Jahresmaxima erreicht. Für den geplanten Höhepunkt der Saison trudelte eine wichtige Nachricht ins neue, abhörsichere Postfach:

wg: ARA-Brevet-Anmeldung

Von ARA Berlin BrandenburgAdd contact
An crispinus@posteo.deAdd contact
Datum So 19:01
Priorität Normal

darauf  entkorkte ichbwb4

einen guten Jahrgang und machte mich an eine Planung fürs crowd funding.

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